Ich muss ihm ihn die Augen sehen

Beim Verzeihen gibt man den Anspruch auf Rache und Genugtuung auf. Petra J. ist das gelungen. Sie hat dem Mörder ihrer elfjährigen Tochter verziehen. Vor allem, um weiter leben zu können. Kein Opfer mehr zu sein. Vergrößern
Beim Verzeihen gibt man den Anspruch auf Rache und Genugtuung auf. Petra J. ist das gelungen. Sie hat dem Mörder ihrer elfjährigen Tochter verziehen. Vor allem, um weiter leben zu können. Kein Opfer mehr zu sein.
Fotoquelle: ZDF/Torsten Lapp
Report, Dokumentation
Ich muss ihm ihn die Augen sehen

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3sat
Mo., 10.12.
23:40 - 00:10
Kann man einen Mord verzeihen?


Kann man die Ermordung des eigenen Kindes verzeihen? Und soll man den Täter treffen und ihm in die Augen sehen? Der Film zeigt Angehörige, die um diese Fragen ringen. Dass Angehörige von ermordeten Kindern sich als Opfer fühlen und mit der Schuldfrage herumplagen, genauso wie mit kraftraubenden Rachegefühlen und tiefer Traurigkeit, liegt nahe. Doch es sind vor allem die offenen Fragen, die sie in der Trauer feststecken lassen. Sigrids Sohn Samuel wurde zusammengeschlagen und zu Tode geprügelt. Der 25-Jährige starb an seinen Verletzungen. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Die Täter: zwei junge Männer, die - über den Ausgang der Prügelei schockiert - sagten: "Bisher sind sie doch immer wieder aufgestanden." Sigrids Gedanken kreisten jahrelang um die Täter: "Man will wissen, wer einem das Kind genommen hat." Dann entscheidet sie sich - nach einem langen Antragsprozess -, den Tätern in die Augen zu sehen. Tatsächlich wurde ihr schließlich der Besuch im Gefängnis genehmigt. Beide Täter erklärten sich bereit, mit ihr zu sprechen. Für Sigrid war es in dieser Situation wichtig, dass der Mörder die Verantwortung für seine Tat übernimmt, bestenfalls eine echte emotionale Betroffenheit erkennbar ist. Petra hat es geschafft. Sie hat dem Mörder ihrer Tochter verziehen, auch wenn sie nie die Möglichkeit hatte, ihm in die Augen zu schauen. Ihre damals elfjährige Tochter Lisa wurde im türkischen Alanya von einem Ladenbesitzer umgebracht. 14 Jahre ist das her, in denen Petra sich viel mit der vermeintlich eigenen Mitschuld beschäftigt hat. "Ich habe mein Kind nicht beschützt. Das hat mich lange gequält." Doch nicht sie hat ihr Kind umgebracht, sondern der Täter. Die Gespräche mit Menschen, denen es ähnlich erging, und das Ringen um den Entschluss, zu vergeben, haben Petra verändert. Petra führt jetzt ein anderes Leben, eines, in dem sie wieder glücklich sein kann. Dass sie dem Täter verzeihen konnte, spielt dabei eine große Rolle: "Wenn ich damit keinen Frieden hätte schließen können, dann wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Es geht mir wieder gut."


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