In Kellern spielen sich nicht nur banale und alltägliche Szenen ab. Das ist spätestens seit den Fällen Priklopil und Fritzl klar, durch die vor allem der österreichische Keller als ein besonders bedrohlicher gebrandmarkt wurde. In dem Film IM KELLER wird er als ein Ort präsentiert, an dem sich menschliche Abgründe unterschiedlichster Art im Geheimen auftun. Während das Wohnzimmer repräsentativen Zwecken dient, können die Leute in ihren Kellern ihren geheimen und perversen Gelüsten oder aber auch ihren nicht gesellschaftsfähigen Hobbies nachgehen. Dort findet oft das wirkliche Leben statt. Ulrich Seidl begibt sich in seinem Dokumentarfilm auf die Suche nach dem Außergewöhnlichen und Abgründigen. Abstruses verbindet sich mit Komischem und regt zum Nachdenken und Schmunzeln an. Unterstützt durch die unverblümte Kameraarbeit von Martin Gschlacht bleibt dabei keines der schmerzlichen Details ungesehen. So findet sich der Zuschauer bei SM-Ritualen zweier Protagonisten in einer unangenehm intimen Situation wieder und weiß zuweilen nicht, ob er erschrecken, lachen oder wegsehen soll. Ohne zu werten gewährt Seidl Einblicke in eine ganz spezielle Welt des Privaten, welche durch die lose Anordnung einzelner Szenen bewegt und menschliche Tragik transportiert. Ein Film, der in Erinnerung bleibt.