Karl Wieser , der Zürcher Tramführer, ist ein Pantoffelheld. Als man ihn für eine Demonstrationsfahrt vor ausländischen Experten auswählt, steigt er in Ehefrau Annis Gunst. Auch auf Helen , die ältere Tochter in Amerika, die eine gute Partie gemacht hat, auf ihr Schwesterchen Inge , die einmal eine weltbekannte Sängerin werden soll, und auf Sohn Herbert (René Scheibli), der Medizin studiert, ist die Mutter besonders stolz. Nur zeigt es sich, dass sie eigener Verblendung und Schwindelei erliegt. In Wahrheit serviert die angehende Sängerin als Barmaid. Tochter Helens Heirat in den USA hat nie stattgefunden; sie bringt einen Knaben nach Hause, der seinen Vater nicht kennt. Dem Sohn Herbert, in dem die Mutter bereits den berühmten Arzt sieht, wird es beim Sezieren schlecht. Zu allem Unglück macht ein Augenleiden Vater Wieser arbeitsunfähig. Ein Kartenhaus hochfliegender Glücksgefühle fällt zusammen. Doch der Kladderadatsch hat sein Gutes: Nach und nach findet Familie Wieser zum soliden kleinen Glück. Ein Spengler liebt die reuige Amerikafahrerin, die Barmaid findet zu einem Klarinettisten, der junge Medikus kann jetzt Blut sehen. Die Schlafmitteldosis, die der verzweifelte Vater Wieser schluckt, erweist sich als Abführmittel. Die Welt hat wieder ihre heitere Ordnung. Ein Volksstück, ins Schweizerische übertragen: Das erfolgreiche Lustspiel «Fenster zum Flur» von Curth Flatow und Horst Pillau liegt dem Dialektfilm «Im Parterre links» zugrunde. Doch Kurt Früh hat als Regisseur und Autor für typische helvetische Verhältnisse gesorgt und für treffliche Dialoge. Auch die Charaktere, unter ihnen Paul Bühlmann als Trämler und Vater, Valerie Steinmann als resolute Familienmutter, Bella Neri als hübscher Mädchenkobold und René Scheibli als studierender Sohn, sorgen für das stimmige Kleinbürgermilieu. Die Geschichte von der Trämlerfamilie, die in arge Turbulenzen gerät, weil die Scheinwelt der Mutter plötzlich zusammenbricht, spielt sich in wenigen Räumen ab - Kameramann Emil Berna gewinnt den Szenen in verwinkelten Hausfluren und Zimmern mancherlei Bewegung und filmische Wirkung ab. Allerdings bewies der Misserfolg dieser kleinen süss-sauren Komödie beim Publikum endgültig, dass die Zeit des Kleinbürger-Films, zu dem Kurt Früh einige der prägnantesten Beispiele beigetragen hatte, abgelaufen war. Der Publikumsgeschmack hatte sich gewandelt; die Fans von «Polizischt Wäckerli» & Co. hatten es sich vor dem Fernseher bequem gemacht.