Film von Christian Rost Anders als im Westen waren Vereine und Verbände zu Zeiten der DDR überlebenswichtige Institutionen. Die freiwilligen Gemeinschaften förderten, abseits von Planerfüllung und Arbeitskollektiv, mit klarem Ziel und riesigem Engagement nicht nur privaten Zusammenhalt, sondern schufen zum Teil eigene Parallelwirtschaften im Land. Frisches Obst, Gemüse, Fleisch oder Honig - hier gab es, was es sonst nicht gab. Einerseits. Andererseits hatte man mit ständigem Mangel zu kämpfen. Gegen ungenügende Räumlichkeiten, zu wenig Material und falsche Futtermittel kam man in den Vereinen mit viel Phantasie, Energie und einem guten Teil Subversion an. So entstand Raum für ganz Eigenes, die äußeren Unwägbarkeiten stärkten den inneren Zusammenhalt. Diese Inseln in der Welt von ZK und Politbüro waren oftmals gefährdet. Denn natürlich stand man unter Beobachtung. "War man zu renitent, sind ganze Ortsverbände zerschlagen worden!" Es war in der Zeit vor 1989 nicht immer leicht, Vereinsmitglied zu sein. Mit der friedlichen Revolution bricht das System der Verbände und der Betriebsgruppen beinahe komplett zusammen. Was durfte bleiben? Konnte man noch stolz sein auf die eigenen Arbeiten im und für den Verein? Vielerorts herrscht Ratlosigkeit. Die alten Hierarchien können und sollen nicht mehr gelten. Viele Vereine verschwanden. Neue Vereine entstanden.