Nachdem die 19-jährige Jay mit Hugh Sex hatte, wird sie das Gefühl nicht los, dass sie jemand - oder etwas - verfolgt. Aus diesem paranoiden Albtraum scheint es kein Entkommen zu geben. Regisseur David Robert Mitchell gelingt mit minimalistischen Mitteln und voller Reminiszenzen an das Genre ein Indie-Horrorfilm mit einer besonderen unheimliche Atmosphäre und Musikalität. Nach dem ersten Sex mit ihrem Freund wird Jay von einem übernatürlichen Wesen verfolgt, das sie töten will. Jay erfährt von ihrem Freund, dass nur sie "Es" sehen kann und nur durch Sex weitergeben kann. Jay sucht Hilfe bei ihrer Clique. Als Kumpel Greg sich freiwillig von Jay "infizieren" lässt, scheint der Bann gebrochen. Doch schon bald wird Jay erneut gejagt. Der amerikanische Independent-Regisseur David Robert Mitchell spielt ironisch und doch bedrohlich mit den Ängsten der Adoleszenz und den Stilmitteln des Horror-Genres. Glänzende Darsteller - allen voran Maika Monroe als Protagonistin Jay -, sinnliche Bilder und ein hypnotischer Elektro-Soundtrack (Desasterpeace) machten "It Follows" zu einem Horror-Überraschungs-Erfolg. "It Follows" ist Mitchells zweite Regiearbeit. Wie schon in seinem Debüt, dem Coming-of-Age-Drama "The Myth of the Amerikan Sleepover" (2010) stehen auch hier die Befindlichkeiten amerikanischer Heranwachsender in der ehemaligen Industrie-Metropole Detroit im Mittelpunkt. Mitchell hat sich diesmal dem Horror-Genre zugewandt, um die Ängste und Nöte der Teenager sicht- und fühlbar zu machen. Das "Es", dieses die jungen Menschen mit penetranter Langsamkeit verfolgende Monster, wird zur Metapher für die Ambivalenz der jugendlichen Gefühle, die sich zwischen Lust und Moral, Kind- und Erwachsensein, Schuld und Unschuld bewegen. In "It Follows" schauen die Teenager schwarz-weiße TV-Serien der 1970er-Jahre auf einem Röhrenfernseher und stellen damit auch den Bezug zu einer großen Zeit des amerikanischen Horrorfilms her. In die Regiearbeit Mitchells fließt John Carpenters Vorstadthorror "Halloween" ebenso ein wie "A Nightmare on Elm Street" von Wes Craven. Die übernatürlichen Wesenheiten erinnern in ihrer Langsamkeit und Zerstörtheit an George A. Romeros Zombie-Streifen "Dawn of the Dead" (1978). Zugleich erinnert "It Follows" in seiner zart-bitteren Darstellung sexuell selbstbestimmter Teenager eher an moderne skandinavische Horrorfilme wie "So finster die Nacht" von Tomas Alfredson. Zuletzt drehte David Robert Mitchell den Neo-Noir-Thriller "Under the Silver Lake" (2018).