Er war einer der beliebtesten Schauspieler, ein echter Kerl mit Ecken und Kanten und ganz viel Herz: Jan Fedder. Schon als Kind stand er auf der Bühne, bekam mit 13 Jahren den ersten Schauspielunterricht. Früh wusste er, was er wollte: Schauspieler werden. Dabei waren Kindheit und Jugend geprägt vom rauen Leben auf dem Hamburger Kiez. Um ein Haar rutschte er ab ins Milieu, aber die Schauspielerei zog ihn auf die "richtige" Seite. Bis zuletzt war das Spielen seine Berufung und sein Lebenselixier. In mehr als 600 Produktionen hat Jan Fedder mitgespielt. Seine Paraderollen waren die norddeutschen, kantigen Charaktere, sein Karrieredurchbruch: die Rolle des Maat Pilgrim 1981 im Kriegsdrama "Das Boot" von Wolfgang Petersen. Doch zum Volksschauspieler wurde er in der Rolle des Kiez-Polizisten Dirk Matthies im "Großstadtrevier". Mehr als 25 Jahre gab er den Bullen mit den markigen Sprüchen vom 14. Revier. Und fast genauso lange den ausgefuchsten Bauer Kurt Brakelmann in der Kultserie "Neues aus Büttenwarder". An der Seite von Peter Heinrich Brix sinnierte er höchst humorvoll übers Leben, immer auf der Suche nach einer neuen Geschäftsidee, bauernschlau eben. Aber Jan Fedder konnte auch anders, wie schon in "Das Boot" bewiesen. "Bei Lenz geht mir das Herz auf", sagte der Hamburger über sich und seine Zusammenarbeit mit Siegfried Lenz. In vier Verfilmungen des 2014 verstorbenen Autors übernahm Fedder die Hauptrolle und bewies einmal mehr, welch großartiger Schauspieler er war. Egal ob Charakterrolle oder einfacher Bauer aus der norddeutschen Tiefebene: Er spielte die verschiedensten Rollen mit solch einer Inbrunst als spiele er um sein Leben. Seit ein paar Jahren aber zwangen ihn diverse Erkrankungen in die Knie. Er war immer ein Kämpfer gewesen, ein Kerl vom Kiez, mit Ecken und Kanten und mit ganz viel Herz. Doch Ende Dezember 2019, kurz vor seinem 65. Geburtstag am 14. Januar 2020, reichte seine Kraft nicht mehr, er hat den Kampf verloren. Der Film von Antje Althoff zeichnet Leben und Karriere von Jan Fedder nach, zeigt seine unverbesserliche Art, eine liebenswerte Symbiose aus großer Klappe und großem Herzen. Zu Wort kommen: Axel Milberg, Bettina Tietjen, Claude-Oliver Rudolph, Judith Rakers, Sven Walser, Michaela May, Carlo von Tiedemann, Maria Ketikidou, Norbert Eberlein, Peter Jordan und Marion Fedder, die Ehefrau von Jan Fedder.