Seit fast vier Jahren herrscht im Jemen ein Krieg, für den sich die Welt kaum interessiert. 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Am schlimmsten sei der Hunger im Land. Mohammed hat nicht einmal die Kraft zum Weinen. Der Säugling ringt um sein Leben, ist mit einer Fehlbildung geboren und hat kaum Hoffnung auf eine Operation. Denn es mangelt an allem, was es für eine solche Operation braucht: Strom, Sauerstoff, Medikamente. Vier von fünf Jemeniten sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der Krieg hat viele Menschen vertrieben, die im eigenen Land Schutz suchen. Das Reporterteam reist in ein Lager, wo Geflüchtete völlig auf sich alleine gestellt sind. Verletzt, krank, traumatisiert - sie alle hier suchen nach Worten und Antworten auf die Frage, wer die treibenden Kräfte des Krieges sind. Viele wissen es nicht. "Der Jemen ist elend, verwüstet und ein hoffnungsloser Fall", erzählt ein junger Jemenit, der sich und sein Land aufgegeben hat. Während ihrer Reise stoßen die Autoren aber auch auf Menschen wie die zwölfjährige Noor, die sagt: "Ich will Architektin werden und mein Land wieder aufbauen." Die Dokumentation zeigt jedoch auch die komplizierte Ausgangslage des Konflikts. Die Hoffnung auf Frieden währt meist nur kurz: So waren durch Vermittlung der Vereinten Nationen mehrere Vereinbarungen zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, und der von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierung ausgehandelt worden. Hoffnungen auf einen Waffenstillstand wurden geweckt - und mussten kurz darauf wegen neuer Kämpfe wieder begraben werden.