Der ehemalige Knacki Joe lebt nach dem Verbüssen einer Haftstrafe in seinen Alltag hinein, trinkt gerne einen und versucht, nach Möglichkeit nicht noch einmal in Schwierigkeiten zu geraten. Er arbeitet in einem Forstbetrieb, wo er mit einem Team aus Waldarbeitern Bäume vergiftet. Als der 15-jährige Gary bei Joe im Wald anheuert, reisst ihn die Begegnung mit dem Jungen aus seinem Trott. Joe ist zwar zu Beginn nicht so begeistert über die neue Gesellschaft, nimmt den Jungen aber unter seine Fittiche. So entsteht bald eine tiefe Freundschaft, die Joe vor eine unangenehme Situation stellt. Denn Garys Vater Wade , ein Trunkenbold und Taugenichts, ist gewalttätig, schikaniert seinen Sohn und knüpft ihm das hart erarbeitete Geld ab. Joe, der sich längt für den Jungen verantwortlich fühlt, greift ein. Die Kritiker feierten das Südstaatendrama «Joe» als Nicolas Cages grosses Comeback. Der Schauspieler solle wieder zur alten Form gefunden haben. Damit ist jene Form gemeint, mit der Cage sich 1996 einen Oscar für «Leaving Las Vegas» erspielte. Leider folgten nach dem Oscargewinn für Cage keine prestigeträchtigen Produktionen, sondern mehrere High-Concept-Actionfilme. In Joe zeigt sich Cage wiederum zurückgenommen und authentisch. Von diesem Cage will man mehr sehen. Die Augen sollte man aber auch auf Jungdarsteller Tye Sheridan halten. An der Weltpremiere in Venedig wurde der Jungstar mit dem Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet.