Unmittelbar nach seiner Anstellung als Leipziger Thomaskantor schrieb Bach für die Karwoche des Jahres 1724 die Johannes-Passion, eine von vermutlich fünf Passionen, die er komponiert haben soll - von denen aber nur zwei überliefert sind (die andere ist die fünf Jahre später entstandene Matthäus-Passion). Bach hat das Werk nach dieser ersten Aufführung in der Leipziger Nikolaikirche noch dreimal überarbeitet, wobei er sich in der letzten Fassung von 1749, die dieser Aufnahme zugrunde liegt, wieder der ursprünglichen Version annäherte. Auch wenn die Passion mit einem schlichten Choral endet, so bilden doch die beiden Hauptchöre "Herr, unser Herrscher" und "Ruht wohl, ihr heiligen Gebeine" Anfang und Höhepunkt eines großangelegten orchestral-vokalen Rahmens, in dem Bach seine höchste polyphone Meisterschaft offenbart. Innig-besinnliche Choräle sind in das Passionsgeschehen ebenso verwoben, wie die eindringlichen Arien, welche die biblischen Texte des Johannesevangeliums kommentieren. Bachs Johannes-Passion ist auch nach annähernd dreihundert Jahren immer noch lebendig, frisch und von höchster musikalisch-theologischer Eindringlichkeit. Simona Brüninghaus (Magd) Andreas Burkhart (Petrus) Andreas Hirtreiter (Diener) Moon Yung Oh (Diener) Maximilian Schmitt (Evangelist Tenor) Tareq Nazmi (Jesus Bass) Krešimir Stražanac (Pilatus) Chor des Bayerischen Rundfunks Concerto Köln Peter Dijkstra (Leitung).