Klimakiller Holzkohle

  • Sortieren und Verpacken der Kohle - eine staubige Angelegenheit. Vergrößern
    Sortieren und Verpacken der Kohle - eine staubige Angelegenheit.
    Fotoquelle: ZDF/Jonathan Happ
  • Viele Menschen sind wirtschaftlich von der Holzkohle abhängig. Vergrößern
    Viele Menschen sind wirtschaftlich von der Holzkohle abhängig.
    Fotoquelle: ZDF/Jonathan Happ
  • Illegale Kohle aus dem Virunga-Nationalpark: Sie ist auf jedem Kohlemarkt der Stadt Goma zu finden. Vergrößern
    Illegale Kohle aus dem Virunga-Nationalpark: Sie ist auf jedem Kohlemarkt der Stadt Goma zu finden.
    Fotoquelle: ZDF/André Krüger
  • 97 Prozent der Bevölkerung in Goma kochen und heizen mit Holzkohle. Vergrößern
    97 Prozent der Bevölkerung in Goma kochen und heizen mit Holzkohle.
    Fotoquelle: ZDF/André Krüger
  • Tütenkleben für den europäischen Markt - Nigeria stellt Kohle fast ausschließlich für den Export her. Vergrößern
    Tütenkleben für den europäischen Markt - Nigeria stellt Kohle fast ausschließlich für den Export her.
    Fotoquelle: ZDF/Jonathan Happ
  • Sortieren und Verpacken der Kohle - eine staubige Angelegenheit. Vergrößern
    Sortieren und Verpacken der Kohle - eine staubige Angelegenheit.
    Fotoquelle: ZDF/Jonathan Happ
Report, Dokumentation
Klimakiller Holzkohle

ZDFinfo
Sa., 24.11.
11:15 - 12:00


Holzkohle ist ein brandheißes Thema, auch mit Blick auf den Klimawandel. Der Film zeigt, wie in Nigeria und im Kongo Holzkohle erzeugt und gehandelt wird und wie sie in die EU gelangt. Die Europäer nutzen jährlich 800 000 Tonnen Holzkohle zum Grillen. 70 Prozent kommen aus dem EU-Ausland. In den Säcken steckt oft Kohle aus Tropenholz, dessen Einfuhr in die EU strengen Auflagen unterliegt. Bei der Kohle gibt es diese Auflagen bisher noch nicht. Weltweit kochen und heizen 2,7 Milliarden Menschen mit Holz beziehungsweise Holzkohle. Der Ausstoß von Klimagasen ist dabei enorm. Pro Jahr werden 55 Prozent des globalen Holzes als Brennstoff verwendet. Das Holz wird im Busch von Afrika und in tropischen Wäldern illegal geschlagen. Besonders während trockener Perioden nutzen die lokalen Bauern die Kohleproduktion als Rettungsanker, um ihre Familien zu ernähren. Holzkohlenomaden ziehen in Familienverbänden durchs Land und verkohlen alle Bäume, die sie fällen können. Um eine Tonne Grillkohle herzustellen, werden in effizienten Meilern drei Tonnen Holz benötigt. In den selbst gebauten Erdmeilern der nigerianischen Köhler sind es bis zu zwölf Tonnen. Die Auswirkungen sind enorm. Allein Nigeria - das Holzkohle fast ausschließlich für den Export herstellt, weil im Land viel mit Kerosin gekocht wird - verlor in der Zeit von 1990 bis 2005 36 Prozent seiner Wälder. Zurzeit sind noch zwölf Prozent des Landes mit Wald bedeckt - doch die Kohleproduktion zieht weiter an. 350 000 Hektar fruchtbares Land gehen hier jährlich verloren. Laut UN ist die Kohleproduktion eine der Hauptursachen für die Entwaldung Afrikas und - eng damit verbunden - für die massive Verschlechterung der Bodenqualität und das steigende Risiko von Ernteausfällen. Denn die Bäume sorgen für ein feuchteres Mikroklima, sie halten das Wasser. Durch den Verlust der Bäume fehlt dem Boden der Halt, und die fruchtbare Humusschicht wird bei Starkregen einfach weggespült. Doch stoppen will diese Entwicklung in Afrika scheinbar niemand. Zu lukrativ ist das Geschäft. Die Einnahmen aus dem illegalen Kohlenhandel sind mit 7,4 Milliarden US-Dollar jährlich fast drei Mal so hoch wie die aus dem illegalen Drogenhandel. Wissenschaftler des Hamburger Thünen-Instituts beweisen in dem Film, dass auch in "sauberer" handelsüblicher Holzkohle Tropenholz steckt. Mitarbeiter von "The Forest Trust" und des WWF erklären die Handelswege der Holzkohle und die klimatischen Auswirkungen der Abholzung.


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