Bruder Hilarius schwört auf Kräuter: "Wenn der Zahn muckt, nehme ich ein Salbeiblatt und kaue, bis nichts mehr übrig ist. Das hilft, man muss aber auch dran glauben." Seit 50 Jahren arbeitet der Benediktinermönch in der Gärtnerei in Kloster Maria Laach. Bruder Hilarius heißt mit bürgerlichem Namen Franz Wittmers. Er ist Gärtnermeister und hat bereits in den 1960er Jahren die ursprünglich kleine Gärtnerei des Klosters Schritt für Schritt zu dem heute weithin bekannten Gartencenter ausgebaut. Auf seine ganz eigene, heitere Art - Hilarius bedeutet "der Heitere" - begeistert er die Menschen immer wieder für die Pflanzen und das alte Wissen der Mönche, das über Jahrhunderte hinter Klostermauern gesammelt wurde. Er freut sich über das wachsende Interesse: "Toll, was da in den letzten Jahren auf uns zugewachsen ist." Klostergärten waren früher, was heute die Apotheke ist. Die Mönche und Nonnen, des Lesens und Schreiben kundig, waren so etwas wie Volksmediziner, die ihr Wissen auch an Kräuterhexen weitergaben. Schwester Birgit kümmert sich im Kloster Reute bei Bad Waldsee um Kräuter, sie hat für fast jedes Wehwehchen ein Rezept. "Ältere Menschen haben Beschwerden mit den Beinen oder Schlafprobleme, jüngere suchen Kräuter, die ihnen einen Ausgleich zum stressigen Beruf geben". Ihr Wissen gibt sie im Rahmen von Führungen weiter. Die Franziskanerinnen des Klosters Reute bauen Kräuter nach Bio-Richtlinien an und stellen daraus verschiedene Teemischungen her. Die Pflege des Klostergartens und der Anbau der Kräuter - das ist die Sache von Andreas Schuler und seinem Team. Weil die Berufsaussichten nach seinem Studium eher mau aussahen, sattelte der studierte Theologe um und wurde Landschaftsgärtner. Diesen Schritt hat er nicht bereut. "Ich fühle mich als Landschaftsmaler, wenn ich den Garten mit meinen Pflanzen gestalte", schwärmt er. Das alte Heilwissen der Nonnen und Mönche ist heute mehr denn je ein Segen für die Gesundheit. Das Interesse an Naturheilverfahren nimmt ständig zu. Immer mehr Menschen vertrauen den Mitteln der sanften Medizin. Die Basis für die Rezepturen dazu sind die Heilkräuter aus den Klostergärten.