Kräuterwelten
Natur + Reisen, Pflanzen • 24.02.2021 • 15:29 - 16:15
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Produktionsland
D
Produktionsdatum
2016
Natur + Reisen, Pflanzen

Kräuterwelten

Im Südosten Europas wächst in unberührter Natur und mildem Klima eine einzigartige Vielfalt von Wildpflanzen. Die Balkanländer haben sich zum größten Kräuterexporteur Europas entwickelt. Allein in Bulgarien arbeiten über 300 000 Menschen mit heimischen Pflanzen. Der Film taucht ein in die Kräuterwelt des Balkans und porträtiert Menschen, die auf ihre Weise die Wildpflanzen für sich nutzen und zugleich bestrebt sind, das traditionelle Wissen zu bewahren. Auf der Adriainsel Cres lebt Mladen Dragoslavic. Wenn im Mai der Salbei zu blühen beginnt, hat der Bienenzüchter einen Monat Zeit, um sein Einkommen für das gesamte Jahr zu erarbeiten - mit dem Ziel, den besten Salbeihonig des Balkans zu erzeugen. Freiwillig würden sich die Bienen den Salbei nicht aussuchen, denn sie gelangen nur schwer in die Blüte hinein und wieder heraus. Spätestens nach drei Wochen muss Mladen sie von der Insel bringen. Sonst würden sie vor Erschöpfung sterben. In Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien, nutzt Iva Josifova die Stockmalve als Rohstoff für ihre Kunstobjekte. Das Kraut hat einen medizinischen Nutzen, denn es besitzt Schleimstoffe, die vielen Hustentee-Mischungen beigefügt sind. Iva dagegen stellt aus der Stockmalve Papier her. Dank der langen Fasern des Krauts lässt sich das Papier gut auf Objekte legen und modellieren. So entstehen filigrane Skulpturen. In Trigrad, einem kleinen Dorf in den bulgarischen Rhodopen, gilt der Wilde Bergtee bei den Einheimischen als Wundermittel, das potenzfördernd wirkt und ein langes Leben garantiert. Die hohe Nachfrage führte beinahe zur Ausrottung des Krauts. Michaela Jordanowa kreuzt in ihrem Gartenlabor den Wilden Bergtee, bis die Pflanzen so widerstandsfähig sind, dass sie vermehrt werden können. Im bulgarischen Balkangebirge lebt Nikola Nikolow. Der Lehrer aus dem Dorf Chiprovzi hat mit seinen Schülern einen Garten für den Färberkrapp angelegt. Die Pflanze starb in Chiprovzi aus, obwohl man ihre Wurzel jahrhundertelang zum Färben von Wolle genutzt hatte.
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