"Ich bin ein Augenzeuge. Alles, was sie sehen werden, habe ich selbst erlebt." 5 Jahre, 15 Tausend Takes, ein Film. Seit 2012 dokumentiert der deutsche Reporter Carsten Stormer den Krieg in Syrien. "Kriegstagebuch - War Diary" ist seine filmische Aufarbeitung. In der provisorischen Klinik in Aleppo werden die Verletzten wie Wellen angespült. Die Kamera lässt sich treiben, minutenlang, ohne Schnitt. Eine Bäckerei in einer engen Gasse. Ein kleines Fenster in der Wand, die Hungernden warten stundenlang auf ein Brot. Die Menschen werden zum Treibgut des Krieges. In einer zerbombten Straße fegt ein Mann den Bürgersteig. Szenen eines Alltags mitten unter Trümmern. Stormer erlebt die Brutalität, aber auch den Heldenmut der Menschen. Eine frühere Lehrerin wird zur Chefredakteurin einer Widerstandszeitung. Sie schmuggelt Cartoons gegen Assad durch die Checkpoints des Regimes. Die Weißhelme graben anfangs ohne Helm und Spaten die Menschen aus den Trümmern. Agir, der PKK Kurde, kocht gerade Huhn mit Kartoffeln. Plötzlich greift der IS an. Agir rennt heraus, 10 Minuten Krieg. Dann kocht Agir weiter. Wir erleben die Absurdität des Konfliktes. Carsten Stormer ist immer dabei und filmt Hunderte Stunden. Und ahnt nicht, welchen Preis er selbst dafür bezahlen muss. "Verwundete Menschen werden in dem kleinen Krankenhaus angeschwemmt. Einer nach dem anderen, im Minutentakt. Ich sehe, ich filme und ich verdränge. Ich bekomme das ganze Blut nicht mehr aus meinem Kopf. Und arbeite einfach weiter", sagt Stormer. Jeder, der längere Zeit in Syrien arbeitet, lässt ein Stück seiner Seele in dem zerrissenen Land zurück. "Kriegstagebuch - War Diary" ist ein sehr persönlicher Film, ein filmischer Essay über fünf Jahre.