Kronen, Krisen und Skandale

Die Royale Familie von Großbritannien auf dem Balkon des Buckingham Palastes. Der Anlass: die Militärparade am 17. Juni 2017. Vergrößern
Die Royale Familie von Großbritannien auf dem Balkon des Buckingham Palastes. Der Anlass: die Militärparade am 17. Juni 2017.
Fotoquelle: ZDF/Chris Jackson
Report, Dokumentation
Kronen, Krisen und Skandale

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ZDFinfo
Fr., 16.11.
15:45 - 16:30
Die Überlebensstrategien der Royals


Noch immer stehen Königsfamilien an der Spitze europäischer Länder. Allen Krisen und Skandalen zum Trotz sind sie beliebt wie selten zuvor. Wie konnten diese Monarchien bis heute überdauern? Das "Modell Monarchie" ist erstaunlich erfolgreich. "ZDFzeit" zeigt das anhand von England, Schweden und Spanien. Den Königsfamilien ist es auf unterschiedliche Weise gelungen, stürmische Zeiten zu überstehen. Eine Gratwanderung zwischen Anpassung und Tradition. Das 20. Jahrhundert bedeutete für viele europäische Monarchien das Aus. So musste der italienische König 1946 nach einer Volksabstimmung ins Exil, in Deutschland endete 1918 das Kaiserreich. Die moderne Demokratie kommt gut ohne einen Monarchen aus - "blaues Blut" und "göttliche Bestimmung" spielen da keine Rolle. Die Königshäuser in Schweden, England und Spanien haben dagegen schwere Krisen überstanden. "ZDFzeit" analysiert, welche Strategien sie entwickelt haben, um ihre Dynastien über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte zu erhalten. 1973 stirbt in Schweden der hoch angesehene König Gustav VI. Adolf. Das moderne, liberale Land diskutiert über das Ende der Monarchie - soll doch ein junger und weitgehend unerfahrener "Playboy" den Thron besteigen: Carl Gustaf. Seine Heirat mit Silvia Sommerlath ändert dann die Stimmung in der Bevölkerung. Die Bürgerliche erobert die Sympathie der Schweden im Sturm. "Tatsächlich muss man sagen, dass Silvia in Schweden die Krone gerettet hat", meint Anne Meyer-Minnemann, Chefredakteurin der GALA. "Denn sobald sie da war - eine Frau aus bestem Hause, sie war gebildet, sie hat studiert, sie hat ja auch selber schon gearbeitet - sie hat es tatsächlich geschafft, das Königshaus umzukrempeln." Bis heute halten die Schweden fest zu ihrem Königshaus. Carl Gustaf sorgt zwar regelmäßig für schlechte Presse - doch längst prägen seine Kinder das Bild der Königsfamilie, allen voran Victoria. Sie ist der Liebling der Monarchie-Fans. In England sitzt die Queen seit 1952 auf dem Thron. In den vielen Jahren ihrer Regentschaft hat sie gelernt, ihre Emotionen für sich zu behalten - doch ein Ereignis stellt diese Tradition infrage. 1997 stirbt Prinzessin Diana, und die Tage nach ihrem Tod werden zur schwersten Krise der Monarchie seit Jahrzehnten. "Ich denke, es waren sieben Tage, die die Monarchie verändert haben. Diese Tage waren eine Herausforderung, letztlich wurde aber die Monarchie in dieser Woche gerettet. Weil die Royals richtig reagiert haben", sagt die britische Historikern Anna Whitelock. Neue Strategien wurden entwickelt. Emotionen dürfen gezeigt werden und sind inzwischen Teil der PR-Strategie. "Wir reden eigentlich über ein royales Theater. Das kann man sagen. Und das ist ja auch die einzige Möglichkeit, um das Publikum zu begeistern. Warum sollte sich sonst eine Nation eine Königsfamilie leisten?", meint Patricia Rieken, ehemalige Chefredakteurin der BUNTE. In Spanien gelangt Juan Carlos 1975 auf den Thron - in der Nachfolge des Diktators Franco. Der junge König unterstützt den demokratischen Prozess in seinem Land und gewinnt so viele Sympathien im Volk. Doch auch er droht die Monarchie in seinem Land aufs Spiel zu setzen: Affären und Skandale lassen die Umfragewerte in den Keller gehen. "Unsere Moralvorstellungen unterscheiden sich um 180 Grad von denen des Adels und der Monarchen, aber die haben verstanden, dass wir nun mal die Mehrheit sind", sagt die renommierte Historikerin Dr. Karina Urbach. "Wir sind die öffentliche Meinung, und sie müssen sich zumindest oberflächlich oder nach außen hin unseren Moralvorstellungen anpassen, sonst werden sie einfach nicht überleben." In Spanien hilft nur der Rücktritt: Felipe und Letizia übernehmen. Einer der besten Überlebenstricks der Monarchien: die Kinder. Es ist eine junge Generation zur Stelle, die mit neuen Ideen und zeitgemäß das Königshaus fortführt. Europas Königshäuser - neben dem Verzicht auf politische Macht haben sie mit alten Traditionen gebrochen und neue Aufgaben übernommen, um ihren Bestand zu sichern.


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