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Fotoquelle: NDR Presse und Information
Kultur, Magazin
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Produktionsdatum
2017
NDR
Fr., 17.08.
02:00 - 02:30


Die nationale und internationale Kulturszene ist lebendig und vielseitig. Künstler und Zeitzeugen kommen zu Wort, wenn über Ausstellungen, kulturelle Phänomene und Neuerscheinungen berichtet wird.

Thema:

Der ganz alltägliche Rassismus: die "Kulturjournal"-Umfrage zu MeTwo

Ich zwölf Jahre alt. Typ liest meinen Nachnamen. Reaktion: Solche Leute wie dich hat mein Opa früher erschossen: Solche Tweets liest man gerade unter dem Hashtag MeTwo auf Twitter. Dieser wurde nach der Özil-Debatte von dem deutschtürkischen Sozialaktivisten Ali Can ins Leben gerufen. Seitdem versammeln sich hier zahllose Erfahrungsberichte von Menschen mit Migrationsgeschichte, die in Deutschland Rassismus erlebt haben. "Kulturjournal"-Reporter Dirk Böge fragt in Norddeutschland nach: In welcher Form begegnet den Menschen hier Alltagsrassismus, was halten sie von der aktuellen Debatte, wie können wir das Zusammenleben verbessern?

Mehr Konflikte durch Integration? Überraschende Thesen zur aktuellen Debatte

Deutschland hat ein Integrationsproblem, sagen die einen, werfen Migranten vor, dass sie sich nicht einpassen in die Gesellschaft. Deutschland hat ein Rassismusproblem, sagen Menschen mit Migrationshintergrund in der Debatte MeTwo. In diese Situation hinein kommt der Soziologe und Politikwissenschaftler Aladin El-Mafaalani mit einer überraschenden These: In seinem neuen Buch "Das Integrationsparadox" (Kiepenheuer & Witsch) schreibt er, dass es gerade die gelungene Integration in Deutschland sei, die zu mehr Konflikten führe. Er meint sogar, dass die rechten Tendenzen das Resultat einer an sich offenen Gesellschaft seien. Aber je mehr Migranten und auch andere Minderheiten an ihr teilhaben, desto mehr Gegenbewegungen entstehen. Eine neue Sicht, aber auch eine überzeugende? Das "Kulturjournal" spricht mit Aladin El-Mafaalani über das "Integrationsparadox" und über die Diskussion um MeTwo.

Geniale Geschichten über Leidenschaft: das neue Buch von Frank Schulz

Er ist ein wunderbarer Stilist, ein Sprachvirtuose mit schrägem Humor, der einen genauen Blick für die Macken der Menschen hat: Frank Schulz aus dem kleinen Ort Hagen bei Stade, der lange in Hamburg lebte und nun wieder in Niedersachsen wohnt. Zwei große Romantrilogien hat er veröffentlicht: die "Hagener Trilogie" und die Bücher über den eher glücklosen Privatdetektiv Onno Viets. In seinem neuen Buch "Anmut und Feigheit" (Galiani Berlin) veröffentlicht er nun Geschichten und Anekdoten, in denen es im näheren oder auch weiterem Sinne um Leidenschaften geht: Da gibt es Autofanatiker und Männer, die heimlich Frauen beobachten. Eine wohlhabende Frau mit Insektenphobie, die sich nicht sicher ist, ob sie nicht versehentlich ihren Mann umgebracht hat, oder alte Urlaubsbekanntschaften, die zur Plage werden. Es gibt viel Autobiografisches, zum Beispiel über das Altern oder über den Wandel seines Heimatdorfs. Die zentrale Geschichte ist zugleich die persönlichste: Schulz schreibt über den Tod seiner Mutter in einem Krankenhaus. Ein wütender Text und zugleich zärtliche Liebeserklärung. "Anmut und Feigheit" ist das "NDR Buch des Monats".

Denkmal für einen Kultmusiker: der neue Film "Gundermann" von Andreas Dresen

Er galt als der "Dylan des Tagebaus", war ein Baggerfahrer, der Lieder schrieb: Gerhard "Gundi" Gundermann. Er war Genosse und Rebell, ein Spitzel, der selbst bespitzelt wurde. Seine Tätigkeit für die Stasi hat er später bereut, jedoch nie wirklich seine Schuld eingestanden. Er war ein Idealist, der von einer besseren Welt träumte. In der Nachwendezeit hatte er so richtig Erfolg und besang ein verschwindendes Land, die DDR. Im Westen Deutschlands war Gundermann wenig bekannt. Jetzt hat Andreas Dresen einen Film über Gundermann gedreht (Filmstart 23. August). Er ist bekennender Fan von "Gundi". Aufgewachsen in Schwerin ist Andreas Dresen mit den Liedern mehr als vertraut: Zum Filmstart tourt Dresen & Band auch durch Norddeutschland (Rostock 25. August, Hamburg, 26. August).

Ein Museum für gegenstandsfreie Kunst: Otterndorf in Niedersachsen

Große Kunst kann man auch an kleinen Orten finden, in feinen spezialisierten Museen und Galerien, die oft mit viel Engagement organisiert und getragen werden. Regionale Museen, die es in sich haben. Das "Kulturjournal" stellt im August vier dieser Kunstorte vor. Das Motto: Da muss man hin - Kunst entdecken! Gleich zu Beginn geht es um das Museum gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf. Der Name ist Programm, es zeigt ausschließlich Werke zeitgenössischer Künstler, die völlig frei von konkreten Motiven sind. "Es ist eben eine Kunst, die sich nicht mit dem Abbild beschäftigt: nicht figurativ, nicht abstrakt", so Direktorin Ulrike Schick. "Man sieht hier Arbeiten, die sich mit Perspektive, Farbe, Malerei beschäftigen." Was Anfang der 1970er-Jahre als private Galerie in den Praxisräumen eines Arztes begann, ist inzwischen ein Museum mit eigener Sammlung, finanziell unterstützt vom Landkreis. Es gibt vier Ausstellungen im Jahr und eine eigene Sammlung mit über 500 Exponaten. Im September wird eine Künstlerin das Museum auch von außen zum Kunstwerk machen.

Wahr. Schön. Gut: Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat besonders aufgeregt? Was hat amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft: Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.



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