Kulturjournal

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Fotoquelle: NDR Presse und Information
Kultur, Magazin
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Infos
Produktionsdatum
2017
NDR
Fr., 09.11.
02:10 - 02:45


Die nationale und internationale Kulturszene ist lebendig und vielseitig. Künstler und Zeitzeugen kommen zu Wort, wenn über Ausstellungen, kulturelle Phänomene und Neuerscheinungen berichtet wird.

Thema:

Ein Discounter statt Denkmäler? Streit in Niedersachsen

42.500 Quadratmeter soll es groß werden, das geplante Zentrallager des Discounters Aldi in Stelle (Kreis Harburg). Und es soll dorthin, wo bislang noch grüne Wiesen und alte Eichen zu finden sind. Und ein altes Hügelgrab, fast 4.000 Jahre alt.
Das liegt genau dort, wo Aldi die Lkw-Zufahrt zu den Laderampen plant. Ein Archäologe hat nun Einspruch gegen den Bau eingelegt, da das Hügelgrab gemäß Niedersächsischem Denkmalschutzgesetz als Bodendenkmal nicht angetastet werden dürfe. Die Gemeinde will aber begründen, warum der öffentliche Nutzen des geplanten Baus höher wiegt als die Erhaltung des Grabes. Dann könnte es unter Umständen trotz Denkmalschutzes überbaut werden. Zentrallager wichtiger als Hügelgrab? In Königslutter (Landkreis Helmstedt) ist hingegen für einen neuen Aldi-Markt ein Stückchen Stadtmauer im Weg. Das "Kulturjournal" hört sich in beiden Orten um: Discounter statt Denkmäler?

Blutiger Modetrend: Pelzbommel und Pelzkragen

110 Millionen Füchse, Nerze und Marderhunde werden jährlich vergast und erschlagen. Ihr Pelz landet als Kragen an Winterjacken oder als Bommel auf Mützen. Der Großteil der Felle kommt aus China, Tierschutzgesetze gibt es dort nicht. Innerhalb der letzten zehn Jahre explodierte der Umsatz mit Pelz, der Boom dauert ungebremst an, hat den Massenmarkt erobert. Die Schriftstellerin Karen Duve: "Eine Fellmütze ist ein Zeichen von Dummheit. Ich glaube nicht, dass die Leute Tiere so hassen, dass sie wollen, dass denen so übel mitgespielt wird. Sondern die wollen es nicht wissen oder sie wissen es nicht. Aber auch dieses Nichtwissenwollen hat etwas Böses und da tropft Blut dran." Das "Kulturjournal" fragt nach bei Leuten, die in diesem Herbst Pelz tragen.

An den Rändern der Welt: der Fotograf Markus Mauthe

Erstmals hat sich der Fotograf Markus Mauthe mit der Filmkamera bei seinen Reisen begleiten lassen. Ziel waren indigene Völker in den abgelegensten Teilen der Welt. Wie sieht es dort aus? Wie leben sie? Wie wehren sie sich gegen die "Zivilisation"? Der Film "An den Rändern der Welt" und der Fotoband zeigen überraschende Begegnungen.

"Zeit der Schuldlosen": Burghart Klaußner und Stefan Gwildis lesen Lenz

Der große Hamburger Schriftsteller Siegfried Lenz ist vor allem bekannt für seine Romane und Erzählungen: "Das Feuerschiff", "Der Mann im Strom" und natürlich "Deutschstunde". Die Theaterstücke von Lenz sind weniger präsent, dabei lohnt es sich, zumindest eines davon wiederzuentdecken: das Nachkriegsstück "Zeit der Schuldlosen". Es spielt in einer Diktatur: Der herrschende Gouverneur sollte getötet werden, aber das Attentat misslang, einer der Rebellen wurde geschnappt. Und nun werden einige Bürger mit ihm in eine Zelle gesperrt. Sie sollen herausfinden, wer seine Komplizen sind. Eine Extremsituation mit ungewissem Ausgang. Am Hamburger St. Pauli Theater wurde "Zeit der Schuldlosen" mit Stefan Gwildis, Burghart Klaußner, August Zirner und anderen Schauspielern als szenische Lesung aufgeführt. Ein Stück, das über 50 Jahre alt ist und doch ganz aktuell, denn es geht um die großen Themen Schuld und Gerechtigkeit. Das NDR Fernsehen zeigt die Aufzeichnung im Rahmen der ARD-Themenwoche "Gerechtigkeit" am 11. November, 11.30 Uhr. Ausführliche Informationen ab 5. November im Internet unter ndr.de/lenz. Der Film steht zur Ansicht im Vorführraum des NDR Presseportals bereit.

Deutsch-britisches Gedenkkonzert: das "War Requiem" in Hannover und Liverpool

Er wollte ein Zeichen gegen den Krieg und für den Frieden setzen: 1962 war die Uraufführung von "War Requiem" des britischen Komponisten Benjamin Britten. Darin kombiniert er die Texte einer klassischen Totenmesse mit den Gedichten von Wilfred Owen, der am Ende des Ersten Weltkrieges gefallen ist. "Mein Thema ist der Krieg und das Leid des Krieges. Die Poesie liegt im Leid. Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen." Diese Worte des Dichters Wilfred Owen hat Benjamin Britten der Partitur vorangestellt. Zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren führt die NDR Radiophilharmonie Hannover das Werk jetzt gemeinsam mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra auf, am 3. November im Kuppelsaal Hannover, danach am 10. November in Liverpool. Ein gemeinsames Großprojekt für Völkerverständigung unter der Leitung von Dirigent Andrew Manze. Das "Kulturjournal" spricht mit Musikern aus beiden Ländern und zeigt Ausschnitte aus dem Konzert in Hannover. Außerdem wird das Konzert live auf NDR Kultur gesendet.

"Der Norden liest" in Amt Neuhaus: "Deutsches Haus" von Annette Hess

Viele Deutsche wollten nach Ende des Zweiten Weltkrieges nichts wissen von den Verbrechen der Nazis, von den Konzentrationslagern und der Ermordung von Juden. Es ist ganz besonders dem ersten Auschwitz-Prozess von 1963 zu verdanken, dass die Verbrechen des Holocaust dann doch aufgearbeitet wurden. Die Drehbuchautorin Annette Hess hat jetzt einen Roman über diesen wichtigen Prozess geschrieben. In "Deutsches Haus" geht es um eine junge Dolmetscherin, die die Aussagen der polnischen Zeugen in diesem Verfahren übersetzt und erst dadurch begreift, was in Auschwitz passiert ist. Und dadurch gerät auch ihre private Welt ins Wanken, denn sie muss sich damit auseinandersetzen, was ihre Eltern und ihr Verlobter im Krieg getan und gewusst haben. Die Autorin Annette Hess, geboren in Hannover, wurde bekannt durch ihre Drehbücher zu "Weissensee" oder "Ku'damm 56". Ihr erster Roman "Deutsches Haus" schaffte es gleich auf die Bestsellerliste. In der Reihe "Der Norden liest" stellt sie den Roman gemeinsam mit Schauspieler Sabin Trambea vor: Konau, Amt Neuhaus, am 10. November um 17 Uhr. Weitere Informationen: ndr.de/dernordenliest

Wahr. Schön. Gut: Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat besonders aufgeregt? Was hat amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft: Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.



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