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Kultur, Magazin
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Infos
Produktionsdatum
2017
NDR
Mo., 11.02.
22:45 - 23:15


Die nationale und internationale Kulturszene ist lebendig und vielseitig. Künstler und Zeitzeugen kommen zu Wort, wenn über Ausstellungen, kulturelle Phänomene und Neuerscheinungen berichtet wird.

Thema:

Jetzt singt er auch noch: Neues von Heinz Erhardt

"Und noch ein Gedicht", für diesen Ausspruch war er bekannt und beliebt: Heinz Erhardt. Am 20. Februar 2019 wäre er 110 Jahre alt geworden. Ein Allroundtalent: Er war Komiker, Schauspieler, Dichter, Kabarettist und eben auch Musiker und Komponist. Seine Enkelin Nicola Tyszkiewicz machte auf dem Dachboden kürzlich eine Entdeckung, fand dort bislang unveröffentlichte Werke ihres Großvaters: Blätter mit unbekannten Texten und Liedern aus den 1920er- und 1930erJahren, aus Erhardts Jugendzeit, als er noch nicht berühmt war. Die NDR Bigband hat zusammen mit Künstlern wie Axel Prahl, Wotan Wilke Möhring, Gustav Peter Wöhler, Stefan Gwildis die Lieder zum Klingen gebracht. Sie wurden auf CD gepresst und werden am 13. Februar im Rolf-Liebermann-Studio des NDR in Hamburg aufgeführt. Das "Kulturjournal" trifft im Vorfeld Stefan Gwildis und Erhardts Enkelin.

"Der Goldene Handschuh": Fatih Akins Film über den Serienmörder Fritz Honka auf der Berlinale

Im Wettbewerb der Berlinale ist der Hamburger Regisseur Fatih Akin mit einem Film über einen grauenerregenden Serienmörder vertreten, mit der Verfilmung des Romans "Der goldene Handschuh" von Heinz Strunk. Es ist die Geschichte vom Hilfsarbeiter Fritz Honka (gespielt von Jonas Dassler), der im Hamburg der 1970er-Jahre in der St. Pauli-Kneipe Zum Goldenen Handschuh Frauen anspricht und sie in seine Dachwohnung lockt, um sie zu töten. Die Leichenteile versteckt er hinter der Wand. Den Gestank versucht er, mit duftenden Wunderbäumchen zu überdecken. Ein realer Fall und eine verstörende Milieustudie.

Intensives Drama über ein kleines Mädchen: "Systemsprenger" im Berlinale-Wettbewerb

Mit einem Debütfilm gleich in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen zu werden, ist per se schon mal eine große Auszeichnung. Und die wird der gebürtigen Braunschweigerin Nora Fingscheidt in diesem Jahr zuteil: mit "Systemsprenger", einem anrührenden Drama über ein kleines Mädchen, das sich nicht einfügen kann und will. Sie bricht jede Regel, verweigert jede Struktur, trotz aller intensiven Betreuung durch das Jugendamt, Psychologen und Erzieher, die sich fast verzweifelt bemühen, ihr eine Perspektive zu geben. Doch Bernadette, genannt Benni, will eigentlich nur zurück zu ihrer Mutter, die allerdings mit ihr überfordert ist. Ein packender, nachdenklich machender Film, in dem die junge Helena Zengel als Benni schauspielerisch brilliert. Für das "Kulturjournal" trifft Julia Westlake Regisseurin Nora Fingscheidt und auch Helena Zengel und spricht mit beiden über dieses bemerkenswerte Debüt.

Doku-Drama über einen großen Dichter: Burghart Klaußner und Tom Schilling als Bertolt Brecht

Dichter, Theatermann, politischer Denker: Bertolt Brecht zählt zu einem der wichtigsten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder, dass Regisseur Heinrich Breloer sich für ihn interessiert. Nach seinem erfolgreichen Film über die Familie Mann hat Breloer nun ein zweiteiliges Dokudrama über Leben und Werk von Brecht gedreht, insgesamt 180 Minuten lang, auch mit bislang unbekannten Aspekten. Dabei geht es besonders um den privaten Brecht und sein Verhältnis zu den Frauen, ohne die sein Werk undenkbar wäre. Tom Schilling spielt den jungen aufstrebenden Dichter zu Zeiten des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik, Burghart Klaußner den älteren, der im Berliner Ensemble in der DDR das Theater revolutioniert. Und Adele Neuhauser brilliert als Ehefrau und Schauspielerin Helene Weigel. Die NDR Koproduktion "Brecht" feiert Weltpremiere auf der Berlinale und läuft vom 14. bis 20. Februar in ausgewählten Kinos. TV-Termine: 22. März auf ARTE, 27. März in Das Erste. Jeweils im Anschluss läuft die Dokumentation "Brecht und das Berliner Ensemble - Erinnerung an einen Traum".

Visionärer Fotograf: "UMBO. Fotograf" Ausstellung im Sprengel Museum Hannover

Er hieß eigentlich Otto Maximilian Umbehr, aber unter dem Künstlernamen UMBO machte er Karriere als Fotograf. 1902 in Ulm geboren, ging UMBO in den 1920er-Jahren nach Berlin und wurde zum Wegbereiter der neuen fotografischen Reportage. Mit frischem Blick auf die Metropole: Artisten, Schaufensterpuppen, Künstler, Menschen auf der Straße. UMBO schuf zahlreiche Serien, die auch in Zeitschriften veröffentlicht wurden. Nach dem Krieg kam UMBO nach Hannover, wo er viel für die Kestnergesellschaft arbeitete. Jetzt erinnert eine umfangreiche Ausstellung im Sprengel Museum Hannover an den visionären Künstler: "UMBO. Fotograf" (9. Februar bis 12. Mai). Das "Kulturjournal" stellt die Schau vor und spricht mit der Tochter Phyllis Umbehr über das künstlerische Erbe ihres Vaters.

Wahr. Schön. Gut: Julia Westlake kommentiert die Kulturwoche

Julia Westlake kämpft sich durch die High- und Lowlights der Kulturwoche. Wer hat besonders aufgeregt? Was hat amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Mini-Verrisse über skurrile Abgründe der menschlichen Schaffenskraft: Julia Westlake sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.



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