Kulturjournal

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Fotoquelle: NDR Presse und Information
Kultur, Magazin
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Infos
Produktionsdatum
2017
NDR
Fr., 28.06.
02:00 - 02:30


Die nationale und internationale Kulturszene ist lebendig und vielseitig. Künstler und Zeitzeugen kommen zu Wort, wenn über Ausstellungen, kulturelle Phänomene und Neuerscheinungen berichtet wird.

Thema:

Eine Spur der Verwüstung: der Dokumentarfilm "Erde" über Raubbau an unserem Planeten

Bergbau, Fracking, Siedlungsbau, Straßen, der Mensch verbraucht nicht einfach Fläche, er zerstört die Erdoberfläche zum Teil unwiederbringlich. Täglich (sic!) werden rund 160 Millionen Tonnen Gestein bewegt, die Haut des Planeten Erde ist aus der Luft wie vernarbt. Der Dokumentarfilm "Erde" (Filmstart 4. Juli 2019) schaut in langen, penetrierenden und erschreckenden Einstellungen auf die Zerstörung. In ihm wird mit den Menschen, die diese Arbeiten verrichten, gesprochen. Was denken sie über die Veränderung, über die Prägung der Welt durch den Menschen, wie fühlen sie sich dabei, wäre es auch anders denkbar? Der Film ist ein beeindruckendes Plädoyer gegen den Raubbau an der Natur durch den Menschen.

Neue Bestimmung, neues Leben: Guts- und Herrenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern

Es ist eine beeindruckende Zahl: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es mehr als 2.000 Guts- und Herrenhäuser. Ein jedes hat seine eigene Geschichte, ist unterschiedlich erhalten, unterschiedlich genutzt und gehört unterschiedlichen Eigentümern. Gerade in den letzten Jahren haben auch viele Privatleute Häuser erworben und hergerichtet. Ungefähr die Hälfte der Gebäude steht unter Denkmalschutz. Ein Drittel davon wird touristisch genutzt, ein Drittel ist gesichert und ein Drittel verfällt. Um die einstigen Adelssitze zu erhalten, braucht es viel Leidenschaft und oft einen langen Atem, von Geld und Planung ganz zu schweigen. Um für dieses Kulturgut zu sensibilisieren, gibt es seit über zehn Jahren " Das lange Wochenende der nordischen Guts- und Herrenhäuser". Das "Kulturjournal" ist diesmal mit dabei und diskutiert im Rahmen der aktuellen NDR Debatte: Wie viel Denkmalschutz brauchen wir?

Weltliteratur aus Hannover: Hausbesuch bei Fernando Aramburu

Er ist einer der wichtigsten Schriftsteller aus Spanien, aber er lebt schon seit über drei Jahrzehnten in Hannover. Fernando Aramburu ist 1984 nach Norddeutschland gekommen, weil er in Saragossa ein deutsches Mädchen, seine heutige Ehefrau, kennengelernt hatte. Literarisch befasst sich Aramburu aber weiter vor allem mit seiner Heimat, dem Baskenland. In seinem großen internationalen Bestseller "Patria" hatte er über den langen Schatten der Untergrundorganisation ETA geschrieben. Nun erscheint sein neues Buch: "Langsame Jahre" (Rowohlt). Darin erzählt er die Geschichte einer baskischen Familie zur Zeit der Franco-Diktatur: Die Tochter wird ungewollt schwanger, der Sohn verstrickt sich im politischen Widerstand. Der Clou des Buches: Aramburu stellt die fiktiven Berichte eines Jungen aus der Familie mit den Notizen eines Schriftstellers gegenüber. Das "Kulturjournal" besucht Aramburu in seiner Wahlheimat Hannover und stellt seinen neuen Roman vor: "Langsame Jahre", das "NDR Buch des Monats" im Juli.

Katastrophen und Utopien: Gamer-Roman "Miami Punk" von Juan S. Guse

Miami ohne Meer: Das ist das Setting von Juan S. Guses zweitem Roman, den die "Zeit" das "irreste deutsche Buch des Jahres" nennt. Über Nacht ist das Rentnerparadies Florida von einer Hafenstadt zur Wüstenstadt mutiert. Die Wirtschaft sitzt auf dem Trockenen, die Menschen haben ihre Arbeit verloren. In der einst blühenden Metropole findet ein Counterstrike-Turnier statt, zu dem auch ein E-Sport-Team aus Wuppertal anreist. Furios entfaltet Guse, der gerade einmal 30-jährige Absolvent des Literaturinstituts Hildesheim, die wilde Welt der Gamer und Games, in der sich "virtual reality" und Wirklichkeit durchdringen. Das "Kulturjournal" hat Juan S. Guse getroffen und mit ihm im Ihme-Zentrum Hannover, dem Vorbild für einen Betonkomplex, einem Spielort im Roman, über Katastrophen, Utopien und den Reiz von Ballerspielen gesprochen.

Musizieren mit Family & Friends: Hamburger Festival um Starpianistin Martha Argerich

Den Symphonikern Hamburg ist es gelungen, einen Weltstar für ein eigenes Festival nach Norddeutschland zu holen: Eineinhalb Wochen lang gestaltet Starpianistin Martha Argerich in Hamburg ein eigenes Programm mit ganz unterschiedlichen Besetzungen: als Solistin, im Ensemble und mit Orchester. Musik von Bach bis Bernstein. Dazu lädt Argerich befreundete Solisten ein wie Khatia Buniatishvili oder Guy Braunstein. Und auch ihre Musikerfamilie ist mit dabei, unter anderem Exehemann Charles Dutoit, Tochter Lyda Chen und sogar schon ein Enkel. Das Martha-Argerich-Festival (20. - 30. Juni 2019), veranstaltet mit den Symphonikern und ihrem neuen Chefdirigenten Sylvain Cambreling, wird so zum Familienunternehmen im allerbesten Sinne und auf Weltklasseniveau. Das "Kulturjournal" besucht die ersten Proben und das Auftaktkonzert in der Hamburger Laeiszhalle.

Wahr. Schön. Gut: Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche



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BR Moderatorin Özlem Sarikaya.

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