Kulturjournal
Kultur, Kunst + Kultur • 14.01.2022 • 01:45 - 02:15
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Originaltitel
Kulturjournal
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Kultur, Kunst + Kultur

Kulturjournal

Gestreichelt oder geschlachtet? Der widersprüchliche Umgang mit Tieren Einige Tiere werden gestreichelt, andere dienen als Fleischlieferant. Die einen bekommen im Luxus-Hundeladen das Halsband für mehrere Hundert Euro. Fleisch und Wurst von Nutztieren landen für 3,99 Euro auf dem Teller. Manche Tiere bekommen unzählige Chemotherapien oder werden sogar im fernen Südkorea geklont, andere bekommen nie das Tageslicht zu sehen und werden innerhalb weniger Monate hochgemästet und dann geschlachtet. Das Verhältnis des Menschen zum Tier ist absolut widersprüchlich. Insgesamt gaben Tierhaltende in Deutschland 4,5 Milliarden Euro für Haustierfutter und -bedarf im Jahr 2020 aus. Allein für Katzenfutter 1,68 Milliarden Euro. Dem gegenüber stehen Hunderte Millionen Tiere, die jährlich getötet werden. Die allgemeinen Schlachtzahlen von Nutztieren wie Schweine oder Rinder sind zwar etwas gesunken. Aber 2020 wurden in Deutschland immer noch 57,6 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sowie 670,1 Millionen Hühner, Puten und Enten geschlachtet. Das "Kulturjournal" spricht mit der Schriftstellerin und Veganerin Hilal Sezgin darüber, warum die einen gestreichelt und die anderen gegessen werden. Vom Bauskandal zur Erfolgsgeschichte: fünf Jahre Elbphilharmonie Die Eröffnung wurde mehrfach verschoben, die Kosten für den Bau sind explodiert, am Ende waren sie zehnmal höher als geplant. Ein Fiasko. Doch nach dem feierlichen Eröffnungskonzert 2017 wurde die Elbphilharmonie zum Publikumsmagneten: Musiker*innen und Musikfans aus aller Welt wollten das neue Konzerthaus erleben, der Run auf die Karten war riesig, die Konzerte ständig ausverkauft. Nur um die Akustik wurde manchmal gestritten, da fielen die Urteile unterschiedlich aus. Und dann kam Corona, auch die Elbphilharmonie musste schließen und bot Musik zwischenzeitlich nur noch im Internet. Zum fünften Geburtstag ist nun ein Jubiläumsfestival geplant, das Festkonzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester wird am 11. Januar live auf NDR Kultur übertragen, auf ndr.de gestreamt und zeitversetzt im NDR Fernsehen gezeigt (Konzert und Dokumentation am 15. Januar ab 21.45 Uhr). "Kulturjournal"-Moderatorin Julia Westlake blickt zurück auf die ersten fünf Jahre und spricht mit dem Intendanten der Elbphilharmonie Christoph Lieben-Seutter. Wahrheit und Legende: 200. Geburtstag von Heinrich Schliemann Er war ein Weltenbürger und blieb Zeit seines Lebens seiner Heimat Mecklenburg verbunden. Er war Multimillionär und skrupellos, er strickte schon zu Lebzeiten an seiner eigenen Legende. Seine archäologischen Entdeckungen sind epochal, dabei war er einer der Ahnenherren aller Raubgräber: Heinrich Schliemann. Geboren vor 200 Jahren in ärmlichen Verhältnissen, erwarb er als Selfmademan ein beachtliches Vermögen, bereiste die Welt, lernte Sprachen und hatte am Ende drei Staatsbürgerschaften. Er interessierte sich für Archäologie, mutmaßlich nicht schon in seiner Kindheit, auch wenn er es selbst so erzählte. Und, ganz Selfmademan: Er hat auf eigene Faust gegraben, auf der Suche nach dem mythischen Troja in der heutigen Türkei und später im griechischen Mykene. Seine Funde sind spektakulär: Der vermeintliche Schatz des Priamos begründete seinen Ruhm, den er mit einem weiteren Goldschatz in Mykene nährte. Dabei hielt sich Schliemann allerdings nicht an die Regeln, missachtete schon damals wissenschaftliche Standards und behielt vor allem trickreich seine Funde für sich. Schon damals illegal. Das "Kulturjournal" mit einem Beitrag über einen Besessenen, der es mit der Wahrheit und den Fakten nicht ganz so genau nahm. Die Wunden des Krieges: das "NDR Buch des Monats" von Kirsten Boie Wie Propaganda, Krieg und Zerstörung die Menschen verändern, wie vor allem Kinder und Jugendliche darunter leiden, darum geht es im neuen Buch von Kirsten Boie. Die erfolgreiche Schriftstellerin, fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren, hat selbst noch in den Trümmern des zerstörten Hamburgs gespielt. In ihrem neuen Roman erzählt sie die Geschichte von drei Jugendlichen im Juni 1945: Da ist der überzeugte Hitlerjunge, der immer noch der Nazipropaganda glaubt, obwohl der Vater ohne Beine aus dem Krieg zurückgekommen ist. Ein Mädchen, das gemeinsam mit Flüchtlingen lebt, die in der Wohnung der Eltern einquartiert wurden. Und der Sohn einer jüdischen Frau, die deportiert wurde, er hat den Krieg in einem Versteck überlebt, voller Angst. Kirsten Boie erzählt, wie die drei aufeinandertreffen und langsam begreifen, welche Verbrechen die Nazis begangen haben. Ein Roman für Jugendliche, aber auch lesenswert für Erwachsene: "Heul doch nicht, du lebst ja noch" (Verlag Friedrich Oetinger) ist das "NDR Buch des Monats". Musik und Engagement: Sängerin Zaz kommt nach Hannover Die Sängerin Zaz ist eine der wichtigsten Stimmen aus Frankreich: die Vertreterin des Nouvelle Chansons brachte 2010 ihr erstes Album heraus, in ihrer Heimat war sie damit mehrere Monate auf Platz 1 und auch in Deutschland weit oben in den Charts. Im Herbst 2021 hat Zaz ihr fünftes Album "Isa" veröffentlicht. Darin träumt die Musikerin im Song "Imagine" von einer besseren Welt für Kinder. Aber Zaz macht nicht nur Musik mit Botschaft, sie engagiert sich auch mit ihrer Stiftung Zazimut und bei der Umweltorganisation Colibri für Klimaschutz und Bildung. Am 22. Januar tritt Zaz in Hannover auf, so es das Pandemiegeschehen erlaubt. Im "Kulturjournal" spricht sie über ihr neues Album und ihr Engagement.

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