Kunst für alle - Die neue Mannheimer Kunsthalle

  • Restaurieren für die Wiedereröffnung der neuen Kunsthalle: "Fasnacht" (1925) von Max Beckmann - auch bekannt als "Hochzeitsbild" für Beckmanns zweite Ehefrau "Quappi" von Kaulbach. Vergrößern
    Restaurieren für die Wiedereröffnung der neuen Kunsthalle: "Fasnacht" (1925) von Max Beckmann - auch bekannt als "Hochzeitsbild" für Beckmanns zweite Ehefrau "Quappi" von Kaulbach.
    Fotoquelle: SWR/Eberhard Reuß
  • Je später der Tag, desto schöner die Beleuchtung des "Mesh", der bronzefarbenen Metalldrahtverekleidung des Neubaus. Zumindest in der Computeranimation... Vergrößern
    Je später der Tag, desto schöner die Beleuchtung des "Mesh", der bronzefarbenen Metalldrahtverekleidung des Neubaus. Zumindest in der Computeranimation...
    Fotoquelle: SWR/Kunsthalle Mannheim
  • Die Vision von der "Stadt in der Stadt" in der Computeranimation. Vergrößern
    Die Vision von der "Stadt in der Stadt" in der Computeranimation.
    Fotoquelle: SWR/Kunsthalle Mannheim
Kultur, Kunst und Kultur
Kunst für alle - Die neue Mannheimer Kunsthalle

SWR
So., 10.06.
10:00 - 10:45


Es klingt wie ein Märchen. Mannheim bekommt ein neues Museum geschenkt. Endlich kann die Kunstsammlung von internationalem Rang angemessen und besucherfreundlich in Szene gesetzt werden, Werke, die Mannheimer Bürgerinnen und Bürger über 100 Jahre hinweg für ihre städtische Kunsthalle erworben und gestiftet haben. 1.900 Gemälde. Von Manet, Cézanne, van Gogh. Von Beckmann, Dix und Grosz. Zeitgenössische Moderne von Francis Bacon bis Anselm Kiefer. 855 Skulpturen, von Rodin, Lehmbruck über Giacometti bis Henry Moore. Und mehr als 30.000 Aquarelle und Druckgrafiken. Als im Sommer 2011 die Kunstmäzene Hans-Werner und Josefine Hector mit einer Stiftung von 50 Millionen Euro den Anstoß für ein großes Abenteuer gaben, war das nicht nur von Zustimmung begleitet. Denn für den neuen Anbau an das 1907 errichtete Jugendstilgebäude musste der erst 1982 errichtete Kunsthallentrakt abgerissen werden. Für heftige Diskussion sorgte auch der schließlich umgesetzte Entwurf des Hamburger Architektenbüros Gerkan, Marg und Partner. SWR Autor Eberhard Reuß hat das Neubauprojekt vom Beginn bis zur Eröffnung im Dezember 2017 begleitet. Im Zentrum der Dokumentation steht der Slogan "Kunst für alle", ein Versprechen, das Fritz Wichert, der Gründungsdirektor der Mannheimer Kunsthalle 1907 formuliert hatte und das die jetzige Direktorin Ulrike Lorenz fortschreibt. Mit Kunst, Menschen zu begeistern und sinnlich zu bilden. Das war vor 100 Jahren ebenso avantgardistisch wie optimistisch. Doch die verantwortlichen Köpfe der Mannheimer Kunsthalle waren immer schon mutig und ihrer Zeit voraus. Ob beim Ankauf französischer Impressionisten vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ob mit der Ausstellung zeitgenössischer Kunst der Weimarer Republik, die 1925 mit ihrem Titel "Die neue Sachlichkeit" einer ganzen Epoche der Kunstgeschichte ihren Namen gegeben hat. Die Mannheimer Kunsthalle wurde damals Zentrum der Avantgarde. Deshalb wurden aus ihrer Sammlung mehr als 700 Kunstwerke von den Nazis als "entartet" bezeichnet, enteignet und geraubt. Auch an diesen Verlust wird in den neuen Räumen erstmals explizit erinnert. Als "Stadt in der Stadt" ist der Neubau konzipiert. Miteinander verbundene, massive Betonkuben, die von einem bronzefarbenem Metalldrahtgeflecht zusammengehalten werden. Erst nach und nach wird sich zeigen, wie die Mannheimer sich mit ihrem "Geschenk" anfreunden. Auf jeden Fall werden sie eine ganz neue Aussicht auf ihren Wasserturm und die Jugendstilanlage gewinnen - von innen nach außen.


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