Ladakh: Jungwa - Das zerbrochene Gleichgewicht

  • Auch die Hirten haben in Ladakh mit Wasserknappheit und bisher unbekannten Krankheiten ihres Viehs zu kŠmpfen. Vergrößern
    Auch die Hirten haben in Ladakh mit Wasserknappheit und bisher unbekannten Krankheiten ihres Viehs zu kŠmpfen.
    Fotoquelle: ARTE France
  • AlljŠhrlich findet am Ende des Winters in Ladakh die beeindruckende Gotchak-Zeremonie statt. Vergrößern
    AlljŠhrlich findet am Ende des Winters in Ladakh die beeindruckende Gotchak-Zeremonie statt.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Am 5. August 2010 gingen sintflutartige RegenfŠlle Ÿber Ladakh nieder. Sie lšsten Schlammlawinen aus, die alles vernichteten und mitrissen, was sie auf ihrem Weg antrafen. Auch zahlreiche Menschen kamen um. Vergrößern
    Am 5. August 2010 gingen sintflutartige RegenfŠlle Ÿber Ladakh nieder. Sie lšsten Schlammlawinen aus, die alles vernichteten und mitrissen, was sie auf ihrem Weg antrafen. Auch zahlreiche Menschen kamen um.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Die Menschen aus dem Dorf Gya sehen sich tŠglich dem Problem der Wasserknappheit ausgesetzt. Vergrößern
    Die Menschen aus dem Dorf Gya sehen sich tŠglich dem Problem der Wasserknappheit ausgesetzt.
    Fotoquelle: ARTE France
  • In der Stadt Leh treffen sich zahlreiche Ladakhi, um wŠhrend dreier Tage und zweier NŠchte in einer buddhistischen Zeremonie die Stadt zu umrunden. Vergrößern
    In der Stadt Leh treffen sich zahlreiche Ladakhi, um wŠhrend dreier Tage und zweier NŠchte in einer buddhistischen Zeremonie die Stadt zu umrunden.
    Fotoquelle: ARTE France
Report, Dokumentation
Ladakh: Jungwa - Das zerbrochene Gleichgewicht

Infos
Synchronfassung, Online verfügbar von 20/08 bis 27/08
Produktionsland
Frankreich
Produktionsdatum
2011
arte
Mo., 20.08.
17:40 - 18:35
Ein Film rüttelt auf


Am 5. August 2010 gingen sintflutartige Regenfälle über der indischen Region Ladakh nieder. Sie lösten Schlammlawinen aus, die alles vernichteten und mitrissen, was sie auf ihrem Weg antrafen. Auch zahlreiche Menschen kamen ums Leben. Stanzin Dorjai Gya, Sohn eines Bauern und Hirten, stammt aus dieser Region. Eigentlich hätte er in die Fußstapfen seiner Eltern treten sollen, doch er beschloss, Filmemacher zu werden, um sich so zum Sprecher einer bedrohten Volksgruppe und ihrer Kultur zu machen. Nachdem er einen Film über die Katastrophe gedreht hatte, kehrte er ein Jahr später in die betroffenen Dörfer zurück, um mit den Menschen zu sprechen, die er in diesen tragischen Momenten mit der Kamera begleitet hatte. Überall bekam er das Gleiche zu hören: Es machen sich tiefgreifende Veränderungen bemerkbar. Das Wasser wird knapper, bisher unbekannte Krankheiten befallen das Vieh, es gibt weniger Schnee, dafür aber Sturzbäche aus Schlamm. Keiner verstand, was vor sich ging, alle waren beunruhigt. Das Unverständnis war umso größer, als die Bewohner von Ladakh schon seit jeher in enger Verbundenheit mit der Natur leben, die sie respektieren und verehren. Das wird auch in Stanzins Gesprächen mit dem Lama des buddhistischen Tempels deutlich: "Man hat jetzt ein neues Wort erfunden: 'Ökologie'", so der Geistliche, "doch dieses Konzept gibt es schon seit mehr als 1.000 Jahren im buddhistischen Denken". Dort heißt es, dass das "Jungwa" gewahrt bleiben muss, nämlich das unverzichtbare Gleichgewicht zwischen den vier Elementen Wasser, Erde, Luft und Feuer, damit die Menschen, aber auch alle anderen Daseinsformen, in Harmonie miteinander leben können. Angesichts der Folgen des Klimawandels und der Umweltprobleme schlagen auch Ingenieure und Wissenschaftler Alarm. Sie empfehlen unmittelbar vor Ort greifende Maßnahmen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung. Stanzin spricht unter anderem mit Jigmet Takpa, dem Direktor der Agentur Ladakh Renewable Energy Development, der sich in Zusammenarbeit mit der Regierung darum bemüht hat, Wohnhäuser und Bauernhöfe in entlegenen Gebieten mit Sonnenkollektoren auszustatten. Und er trifft Padma Tashi, den Direktor des Programms Rural Development and Youth, der zur Verbesserung der Wasserversorgung Zisternen zur Bewässerung der Felder im Frühjahr bauen ließ.


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