Land sucht Arzt

  • Moderne Technologien als Hilfe gegen den Ärztemangel: Der Altenburger Rheumatologe Thomas Kupka ist einer der wenigen Ärzte, die Videosprechstunden anbieten. Vergrößern
    Moderne Technologien als Hilfe gegen den Ärztemangel: Der Altenburger Rheumatologe Thomas Kupka ist einer der wenigen Ärzte, die Videosprechstunden anbieten.
    Fotoquelle: MDR/Heiko Kunzmann
  • Ingrid Grüßner ist die erste Stipendiatin, die jetzt als junge Ärztin in Sachsen-Anhalt in einer ländlichen Praxis - in Oschersleben im Bördekreis - arbeitet. Vergrößern
    Ingrid Grüßner ist die erste Stipendiatin, die jetzt als junge Ärztin in Sachsen-Anhalt in einer ländlichen Praxis - in Oschersleben im Bördekreis - arbeitet.
    Fotoquelle: MDR/Karin Roxer
  • Dr. Günther Biesold praktiziert seit 40 Jahren als Allgemeinmediziner in der ostsächsischen Gemeinde Schmölln-Putzkau. Der 71-Jährige ist mit Leib und Seele Landarzt. Vergrößern
    Dr. Günther Biesold praktiziert seit 40 Jahren als Allgemeinmediziner in der ostsächsischen Gemeinde Schmölln-Putzkau. Der 71-Jährige ist mit Leib und Seele Landarzt.
    Fotoquelle: MDR/Heiko Kunzmann
  • Seinen Praxisnachfolger hat 71-jährige Landarzt Günther Biesold (links) frühzeitig gesucht: Alexander Thomas wird die Praxis in der ostsächsischen Gemeinde Schmölln-Putzkau übernehmen. Vergrößern
    Seinen Praxisnachfolger hat 71-jährige Landarzt Günther Biesold (links) frühzeitig gesucht: Alexander Thomas wird die Praxis in der ostsächsischen Gemeinde Schmölln-Putzkau übernehmen.
    Fotoquelle: MDR/Heiko Kunzmann
Report, Reportage
Land sucht Arzt

MDR
Mi., 23.05.
20:45 - 21:15


Einmal im Monat sammelt André Gröpler in Loburg im Osten von Sachsen-Anhalt Senioren ein und bringt sie mit dem Taxi über die Landesgrenze - ins brandenburgische Belzig. Denn dort bekommen sie einen Termin beim Augenarzt - zu Hause nicht. Gröpler macht das schon seit Jahren. Die Hauptgründe: Ärztemangel und der demografische Wandel. Dabei gibt es rein zahlenmäßig heute in Deutschland etwa 100.000 Ärzte mehr als vor gut 20 Jahren. "Die Zahl der Patienten pro Arzt hat sich kaum geändert", weiß Ulf Zitterbart, Vorsitzender des Hausärzteverbandes in Thüringen. "Doch die Patienten sind im Schnitt älter und brauchen öfter einen Termin." Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung werden 2030 bundesweit allein mehr als 10.000 Hausärzte fehlen. Schlimm sieht es vor allem im Osten aus: Fast jeder dritte Hausarzt ist älter als 60 Jahre, besonders auf dem Land. Dass demnächst eine ganze Generation in den Ruhestand geht, ist schon lange bekannt. Seit Jahren versuchen die Länder gegenzusteuern: mit Stipendien, Förderpaketen oder Stiftungen, die junge Ärzte aufs Land locken sollen. Diese Maßnahmen sind nicht völlig wirkungslos, aber: "Die jungen Mediziner schauen auch auf das Drumherum. Gibt es Kindergartenplätze, findet mein Partner eine Arbeit?", erklärt Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte bei der Bertelsmann-Stiftung. An den Unikliniken Magdeburg und Halle gibt es jetzt Klassen für angehende Allgemeinmediziner. Ärzteverbände und Kassenärztliche Vereinigung hoffen, dass mehr junge Mediziner dort bleiben, wo sie studieren. Ein weiterer Baustein ist ein Stipendium für diejenigen, die nach dem Studium in einer ländlichen Praxis arbeiten. Ingrid Grüßer hat das getan und in einer Praxis in Oschersleben begonnen. Dort gibt es auch noch drei mobile Praxis-Assistentinnen, die den Ärzten manchen Weg übers Land abnehmen. Und dann gibt es da ja noch das Zauberwort Telemedizin. Doch was nützt die in der Altmark, wo man mancherorts kaum seine E-Mails losschicken kann? Welche Dimensionen hat der Ärztemangel wirklich? Welche Maßnahmen helfen langfristig? Und was bringt die Digitalisierung in der Medizin? Diesen Fragen geht die MDR-Reihe "Exakt - Die Story" nach.


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