Fruchtbarer Boden ist ein lukratives Geschäftsmodell. So kaufen reiche Agrar-Investoren auf der ganzen Welt günstiges Ackerland, wodurch arme Bauern oft gewaltsam enteignet werden. Sie verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage. Betroffen sind vor allem Länder in Afrika und Asien, aber auch in Europa gibt es immer mehr Interessenten. Während etwa in Rumänien vor allem Getreide angebaut wird, sind es in wärmeren Ländern oft Zuckerrohr und Palmöl. Seit dem Jahr 2000 haben Agrar-Investoren weltweit 200 Millionen Hektar Ackerland gekauft. Das entspricht in etwa der Fläche von Grönland, dem größten Land Europas. Meist handelt es sich um "Deals" mit den Regierungen einzelner Länder wie Äthiopien, Malaysia oder Kambodscha. Menschen, die das Land vorher bewirtschaftet haben, erhalten keine oder nur eine geringe Entschädigung. Oft arbeiten sie dann für Hungerlöhne bei den reichen Großinvestoren. Ausbeutung, Sklaverei und Vertreibung führt zu noch mehr Wohlstand bei den Agrar-Investoren. Nicht nur die Bevölkerung dieser Regionen leidet unter der Situation, auch die Umwelt ist stark betroffen. Für riesige Monokulturen wird jede Stunde Regenwald in der Größe von 300 Fußballfeldern gerodet. Vor allem die Palmöl-Industrie arbeitet mit zum Teil äußerst giftigen Düngemitteln. In Äthiopien, wo Trinkwasser kostbares Gut ist, wird Wasser zur Bewässerung von Obst und Gemüse verwendet. Davon profitieren allerdings nicht die Menschen vor Ort, sondern Superreiche in den Luxushotels von Dubai. Möglich wird dieser Ausverkauf von Ackerland unter anderem durch Programme der EU, die etwa Zucker-Importe und Biosprit-Erzeugung fördern. Auch Entwicklungshilfe-Gelder aus Österreich tragen dazu bei, dass wohlhabende Großbauern ihre Investitionen absichern können.