''Achtung Flüchtlinge! Es liegt in ihrem eigenen Interesse, Dresden nicht aufzusuchen!' Nichts charakterisiert die Situation Dresdens besser als diese Plakataufschrift aus dem Juni 1945. Während fast alle deutschen Städte zu hohen Aufnahmequoten verpflichtet sind, wird Dresden ausdrücklich ausgenommen. Die Wohnungsnot und die Versorgungslage sind auch Monate nach dem verheerenden Angriff vom Februar 1945 noch so angespannt, dass an Hilfe für Zuziehende nicht gedacht werden kann: Die Stadt ist wie gelähmt, die Lebensadern sind durchtrennt. Auf dem Altmarkt werden Tausende Leichen verbrannt um die Ausbreitung von Epidemien zu verhindern. Doch die Bewohner von Dresden beginnen mit dem Neuanfang. Die Krankenhäuser müssen wieder funktionsfähig gemacht, die Strom- und Trinkwasserversorgung gesichert werden. In den zerstörten und unbewohnbaren Stadtteilen werden noch verwendbare Rohre ausgebaut, um die Wasserversorgung in den bewohnbaren Stadtteilen zu sichern.80.000 Kubikmeter Trümmerschutt gilt es, beiseite zu räumen. Und doch ist es erstaunlich, mit wie viel Zukunftshoffnung die Bewohner Dresdens an den Wiederaufbau gehen. Bald fährt die Straßenbahn wieder, eine Suppe aus Sauerampfer ist besser als nichts. Sportplätze werden der Bevölkerung als so genanntes Grabeland zu Verfügung gestellt, um Kartoffeln anzubauen, also wird auf den Straßen Fußball gespielt: Zum Beispiel am 17. Juni 1945: Altstadt, das südliche Elbufer, spielt gegen die Neustadt, das nördliche Elbufer, unter den Spielern auch Helmut Schön - der spätere Trainer der bundesdeutschen Nationalelf. Relativ schnell hat das Leben Normalität angenommen. Die Fernsehdokumentation "Leben in Trümmern" schildert den schwierigen Neuanfang, den Alltag in Ruinen, das Leben in Häusern ohne Dächer, in Zimmern ohne Wände, den Kampf ums Überleben und die schönen Stunden dazwischen, als es galt, mit dem Wiederaufblühen der Kultur auch das eigene Überleben zu feiern. Dresden ist zum Symbol der Zerstörung deutscher Städte im Zweiten Weltkrieg geworden.