Brot hat er gestohlen, Jean Valjean , deshalb und wegen Fluchtversuchen verbüsste er geschlagene 19 Jahre. Als ihn der Aufseher Javert unter Bewährung entlässt, ist er sicher, den Kerl dereinst wieder hinter Gitter zu bringen. Ihre Feindschaft soll die beiden Männer durch ihr ganzes Leben begleiten. Jahre später hat Valjean sich eine neue Identität zugelegt und es in seinem neuen Leben zum Wohlstand eines Fabrikbesitzers sowie dem Amt des Bürgermeisters gebracht. Als Geläuterter rettet er wenigstens die Tochter seiner Angestellten Fantine , die wegen ihrer Schwangerschaft die Anstellung verliert und ihrer Tuberkulose erliegt. Doch dabei weckt er den Jagdinstinkt des neuen Polizeichefs im Ort - Javert - und wird mit seinem Mündel zur Flucht gezwungen. In den Pariser Junirevolutionen anno 1832 schlägt Valjean sich auf die Seite der Aufständischen. Valjean erkennt im Polizeipräfekten seinen Widersacher und begegnet Javert von Angesicht zu Angesicht zur letzten Auseinandersetzung. Der Erfolg des Victor-Hugo-Stoffs ist legendär. Regisseur Tom Hooper gründet seinen Film explizit auf der Musicalfassung, die in 21 Sprachen übersetzt und in 42 Ländern aufgeführt wurde. Sein auffälligster Ansatz: Die zahlreichen Stars dieser Verfilmung bewegten vor der Kamera nicht etwa wie üblich bloss die Lippen, sondern schmetterten ihre Songs höchstselbst vor Ort statt im Studio. Ganze 21 Mal schraubte sich beispielsweise Eddie Redmayne beim Dreh seines Solos «Empty Chairs at Empty Tables» zur Höchstleistung hoch. Anne Hathaway errang mit dem in einer einzigen Grossaufnahme gedrehten «I Dreamed a Dream» einen der drei Oscars, mit denen «Les Misérables» ausgezeichnet wurde. Dieser Eindruck einer neorealistischen Oper wirkt intensiv und unmittelbar, er macht aus dem bewährten Stoff, wie es die «Aargauer Zeitung» nannte, «ganz grosses Gefühlskino.» Mit einem Oscar für Film, Macher und Darsteller flirtet auch Tom Hoopers neustes Drama, das in «Les Misérables»-Nebendarsteller Eddie Redmayne seinen Hauptdarsteller gefunden hat. «The Danish Girl» erreicht die Kinos der Deutschschweiz am 7. Januar 2016.