Nur wenige Menschen verirren sich zum Gottesdienst in eine Kirche in der schwedischen Provinz. Die wenigen verbliebenen Kirchgänger folgen andächtig der lethargischen Andacht ihres Pastors Tomas (Gunnar Björnstrand), der ausser Pflichterfüllung kaum mehr etwas auf die Reihe kriegt. Der Tod seiner geliebten Ehefrau vor vier Jahren hat ihn in eine schwere Glaubens- und Sinnkrise gestürzt. Wie einst Jesus Christus am Kreuz hat er das Gefühl, dass sein Gott ihn in der schwärzesten Stunde verlassen hat, allein gelassen in seinem Leid. Solche Zweifel sind keine idealen Voraussetzungen, um seiner Gemeinde mit Trost und seelischem Beistand beizustehen. Ohne es zu realisieren, tut Tomas es seinem Gott gleich: Er hört nur noch hin, aber nicht mehr zu. So auch, als der depressive Fischer Jonas (Max von Sydow) dringend nicht nur ein halboffenes Ohr braucht, sondern eine helfende Hand. Tomas will sie ausstrecken, hat jedoch viel zu sehr mit sich selbst zu kämpfen. Er erkennt zwar die drohende Gefahr, doch während er in der Kirche auf das klärende Gespräch mit Jonas wartet, verliert er sich im Kampf mit den eigenen Dämonen, um im entscheidenden Moment zu versagen: Er versagt vor Gott, den Menschen und sich selbst und stürzt in einen nie gekannten Abgrund.