Lucica, 29, lebt mit ihren sechs Kindern im Alter von zwei bis 13 Jahren in einer Einzimmerwohnung in der Dortmunder Nordstadt. - Ein Dokumentarfilm über den Alltag einer Familie in Not. Die Filmemacherin Bettina Braun hat Lucica und ihre Kinder anderthalb Jahre lang begleitet und ist dabei zur einer Vertrauten der Familie geworden. So geriet sie als Dokumentaristin in einen Zwiespalt von Geben und Nehmen: Nähe schafft Verbindlichkeit. Lucica stammt aus Rumänien. Als Arbeitsmigrantin hat sie in Frankreich und England gelebt, bevor sie vor fünf Jahren nach Deutschland kam. Fünf ihrer sechs Kinder hat sie nach und nach zu sich geholt, damit sie in Deutschland zur Schule gehen können. Auch ihr ältester Sohn, der zunächst noch bei den Großeltern in Rumänien lebte, konnte schließlich zu ihr kommen. Lucicas Mann wurde in Deutschland straffällig und nach drei Jahren Haft nach Rumänien abgeschoben. Eine Einreise ist ihm nun für fünf Jahre nicht gestattet. Das bedeutet für die alleinerziehende Mutter und auch die Kinder, sich täglich großen Herausforderungen zu stellen: Probleme mit dem Stromversorger und den Nachbarn, die Anforderungen der Schule und Sprache. Auch das lang erwartete Wiedersehen mit Ehemann Daniel nach dessen Haftentlassung und Abschiebung in Rumänien zieht unerwartete Probleme nach sich. Die Lage spitzt sich noch mehr zu, als Lucica nach ihrer Rückkehr nach Deutschland der Strom abgestellt wird und ihre jüngste Tochter in Rumänien bleiben muss, weil das Geld für notwendige Papiere fehlte. Die Kamera ist immer nah dabei, und die Regisseurin Bettina Braun wurde in dieser Zeit von der Beobachterin zur wichtigen Bezugsperson der Familie. Ein Prozess, mit dem sie sich als Dokumentaristin kritisch auseinandersetzen musste und den sie in ihrem Film auch erzählt: Wer braucht hier eigentlich wen, und für was?