Der jüdische Maler Max Liebermann (1847-1935) revolutionierte die Kunst in Deutschland. Nach dem Vorbild französischer Impressionisten wurde er zum Pionier der modernen Malerei. Dabei eckte der Berliner im etablierten Kunstbetrieb Ende des 19. Jahrhunderts zunächst permanent an. Bilder wie "Die Netzflickerinnen" oder "Die Gänserupferinnen" galten damals als "Schmutzmalerei". Doch Liebermann malte die Welt ungeschönt, so wie er sie sah. Inspiriert von Künstlern in Paris und Barbizon baute Liebermann französische Einflüsse in seine Malerei ein. Dagegen setzte die offizielle Kunstpolitik bis dahin auf Gemälde von Schlachten, auf heroische Darstellungen oder biblische Themen. Ab Mitte der 1880er-Jahre wurden Max Liebermanns Bilder positiver aufgenommen. Die Hamburger Kunsthalle und deren erster Direktor Alfred Lichtwark verhalfen ihm schließlich zum Durchbruch. "Die Netzflickerinnen" wurde Liebermanns erstes Bild, das in einem Museum ausgestellt wurde. Fortan avancierte er zum Auftragsmaler für die Kunsthalle, selbst beeindruckt von der Freien und Hansestadt Hamburg, ihrer Eleganz und insbesondere der Architektur der Elbvillen. Anfang des 20. Jahrhunderts ließ Liebermann seine eigene Villa am Berliner Wannsee bauen, wo er sich mit seiner Familie zurückzog. Hier, in seinem im wahrsten Sinne des Wortes "malerischen" Garten, entstand sein Spätwerk, seine berühmten Blumenbilder. Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, erhielt Liebermann Arbeitsverbot, 1935 starb er. Die Dokumentation zeichnet das wechselvolle Leben dieses Ausnahmekünstlers eindrucksvoll nach.