Menschen aus Norddeutschland erinnern sich an ihre Kindheit in den 1940er - bis 1980erJahren. Vom Harz bis Helgoland, vom Greifswalder Bodden bis Ostfriesland, von der Elbe bis zur Weser: Die meisten Kinder mussten schon früh mithelfen, im Kaufmannsladen der Eltern, auf dem Bauernhof oder beim Fischfang. Aber sie erinnern sich auch an große Freiheiten. Es gab noch richtige Winter, und im Sommer waren sie den ganzen Tag draußen, natürlich ohne Handy. Die Eltern wussten selten, wo die Kinder gerade waren, und machten sich trotzdem keine Sorgen. Meistens jedenfalls nicht. Konrad Lorenz und Dieter Bruhn spielten in der Nachkriegszeit in den Trümmern Hamburgs und fanden das sehr aufregend. Johann Petersen lernte als Hallig-Kind früh, Meer und Naturgewalten zu respektieren, aber schwimmen lernte er nie. "Hühner und Halligbewohner gehören nicht ins Wasser", hat seine Großmutter immer gesagt. Und das leuchtete ihm sofort ein. Sandra Kammholz dagegen musste im Meerwasserbad in Cuxhaven schwimmen lernen, bei ungemütlichen 14 Grad Wassertemperatur. Ihre Mutter plauderte währenddessen gemütlich mit dem Bademeister, was Sandra ihr heute noch übel nimmt. Wirklich wohl fühlte sie sich nur auf dem Krabbenkutter von Opa Kalli. Der roch nach Pfeifentabak und Seeluft und war für sie da, wenn ihr Papa als Hochseefischer wochenlang auf See war. Für Kinder in der DDR war das Meer nicht nur die große Freiheit, sondern zugleich auch Grenze. Enrico Röver lernte früh, sich beim Angeln im Sperrgebiet vor den Suchscheinwerfern wegzuducken. Und Peter Döbler träumte schon als Junge vom Westen und trainierte bald für eine lebensgefährliche Idee: Langstreckenschwimmen als Vorbereitung zur Flucht. Über die Ostsee schwimmen, ganz allein, kann das gelingen? Norbert Meyer wuchs in den 1950er-Jahren in Hameln auf und hat auf der Weser sogar noch Flöße erlebt. Auch die alten Kohledampfer fand er toll; eigentlich sogar noch besser als Fische fangen. In seiner Kindheit war es nicht absehbar, dass er einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten würde. Heute ist Norbert Weserfischer in dritter Generation und hofft, dass seine Enkelin die Familientradition einmal fortführen wird. "Meine Kindheit in Norddeutschland" ist ein unterhaltsames Best of durch Geschichte und Geschichten unterschiedlicher Regionen. Der Film schlägt einen Bogen vom Sommer am Meer bis zum Winter auf dem Brocken, vom Urlaub in Italien bis zum Höhepunkt des Jahres: Weihnachten! Vorfreude und Herzklopfen am Heiligabend hat keines der ehemaligen Kinder aus dem Norden je vergessen.