Meine Kindheit...

  • Die populären Kölschrocker Peter (l) und Stephan Brings ca. 1968. Vergrößern
    Die populären Kölschrocker Peter (l) und Stephan Brings ca. 1968.
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  • Dorothea F. Voigtländer erinnert sich an ihre Kindheit und an die Begegnung mit Konrad Adenauer. Vergrößern
    Dorothea F. Voigtländer erinnert sich an ihre Kindheit und an die Begegnung mit Konrad Adenauer.
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Meine Kindheit...

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WDR
Do., 20.06.
17:30 - 18:15
am Rhein


Für die Menschen vom Rhein gehört der Strom zum Leben. Wer hier groß wird, vergisst es nie: Die Bewegung des Wassers, die Gerüche, der Sand, die Kiesel - die Weite des Blickes. Aber auch die Gefahren des Stroms sind stets gegenwärtig. Die Schriftstellerin Ulla Hahn wuchs im Städtchen Monheim zwischen Köln und Düsseldorf auf. "Der Rhein war immer mein Sehnsuchtsstrom", schwärmt sie. Ihre Kindheit und Jugend hat sie in zwei erfolgreichen Romanen erzählt. Der Fluss, die Weiden und die idyllischen Auen haben dem jungen Mädchen Raum gegeben. Werner Monschau aus Königswinter erinnert sich an seine ersten Schwimmübungen. Und das in einer Zeit, als es mit der Wasserqualität des Rheins nicht gerade zum Besten stand: "Es gab eine Stelle, wo es seicht war... Da mündete so ein Kanal in den Rhein, und damals gab es noch keine Kläranlagen. Da schwamm so allerlei herum", erzählt er. "Wenn mein Vater uns am Rheinufer Karl-May-Bücher vorlas, dann wurde der Rhein zum Mississippi. Manchmal war er auch die Wolga oder der Don. Der Rhein ist Kulisse. Was Schöneres gibt es ja gar nicht", schwärmt Rolly Brings. Er entstammt dem kölschen Proletarier-Milieu. In den 50er Jahren zieht sein Vater mit ihm und seinem Bruder regelmäßig zum Zelten ans Kölner Rheinufer. Die Kinder spielen am Wasser, die Eltern machen Musik. Aus Rolly Brings wird nach seinen Jahren auf See ein Arbeiter am Ford-Fließband, dann ein Lehrer. Aber immer ist er auch Sänger und Mundartdichter, für den der Rhein so etwas wie das Leitmotiv seines Lebens ist. "Wir hatten die schnellste Flussfähre Europas - da waren wir stolz. Das war doch was!" Bei der Schiffstaufe im Jahr 1962 steht Wilfried Schmickler in der ersten Reihe. Er ist acht Jahre und das Örtchen Hitdorf am Rhein - heute ein Ortsteil von Leverkusen - ist seine Welt. Der Hafen, das Sägewerk, die Kirche und ein Stück stromaufwärts das Bayerwerk. Darum kreist das Leben in Hitdorf. Da ist der Rhein das Tor zur Welt. Anfang der 1970er Jahre stehen Peter und Stephan Brings aufgeregt am Bootsteg des Wassersportklubs "Blau-Weiß Köln" in Rodenkirchen. Es ist ihre erste Trainingsstunde und es geht direkt mit dem Kajak auf den Rhein. Für Jahre wird der Rhein zum Revier der Brüder. "Für uns war das ein Riesen-Abenteuer. Man wird von den Wellen gegen die Pfeiler gedrückt, da bekommt man fürchterlich Angst. Da spürt man, was der Rhein für eine Kraft hat", erinnert sich Stephan Brings. "Lommer jonn", beginnt Ulla Hahn ihren Roman "Das verlorene Wort". Es ist die Aufforderung des Großvaters, hinunter an den Rhein zu gehen, zu träumen, zu phantasieren. Das ist das "Rhein-Gefühl", das bleibt.


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