Max Bialystock ist als Broadway-Produzent ungeheuer erfolglos. Seine besten Tage liegen weit zurück, und ohne die Zuschüsse älterer Damen, denen er «Privatstunden» erteilt, wäre das Grossmaul längst verhungert. Trotz offensichtlicher Flaute kommt Buchprüfer Leo Bloom vorbei und stellt Unregelmässigkeiten fest. Doch während der Impressario tränenreich um Nachlass winselt, hat Bloom plötzlich einen Geistesblitz: Am erfolgreichsten wäre eigentlich eine erfolglose Produktion. Bei einem Hit nämlich muss der Produzent irgendwann seine Investoren auszahlen. Bei einem Flop aber fliesst kein Geld zurück, und es spielt auch keine Rolle, wie viel der Produzent vorher dafür eingenommen hat. Es gilt demnach, unzählige Investoren zu überzeugen, und dann das schlechteste Stück der Welt zu finden, um damit einen todsicheren Flop zu produzieren. Bialystock und Bloom werden Partner, begeben sich auf die Suche und werden bald fündig. Der verblödete Altnazi Franz Liebkind liefert den Stoff, das heisst ein hirnrissiges Führer-Musical mit dem Titel «Frühling für Hitler». Der unfähige Regisseur Roger de Bris wird verpflichtet, und der ständig zugedröhnte Schauspieler Lorenzo S. Dubois übernimmt die Rolle von Adolf Hitler. Mit viel Hingabe arbeitet die Chaostruppe an der Inszenierung, während sich Bialystock und Bloom hinter vorgehaltener Hand auf den programmierten Reinfall freuen. Dann hebt sich endlich der Vorhang, und die entsetzten Zuschauerinnen und Zuschauer müssen ansehen, wie steppende SS-Truppen und ein singender Goebbels die Broadwaybühne entern. Mel Brooks, der sich zuvor schon als Gagschreiber und Radiokomödiant einen Namen gemacht hatte, stand bei «Frühling für Hitler» erstmals hinter der Kamera und überliess das Feld den beiden Vollblutkomikern Zero Mostel und Gene Wilder. Getreu seiner Devise - «Wenn ein Witz gut ist, dann ist mir egal, wen ich damit beleidige» - veralberte Brooks die Nazis in solch knalliger Weise, dass der Vorwurf nicht ausbleiben konnte, hier würde ungebührend mit einem todernsten Thema herumgeblödelt. So blieb «Frühling für Hitler» bei seiner Erstaufführung unverstanden, wie zuvor schon die Antinazisatiren «Der grosse Diktator» von Charlie Chaplin und «Sein oder nicht sein» von Ernst Lubitsch. Die Qualitäten von Brooks? Film erkannte man erst im Abstand von Jahrzehnten, als klar wurde, dass das lächerliche Ausmass der Nazi-Ideologie erst durch den radikalen satirischen Angriff sichtbar gemacht werden kann.