Menschen hautnah

  • Jenny (l) mit ihrer Tochter Sophie. Vergrößern
    Jenny (l) mit ihrer Tochter Sophie.
    Fotoquelle: WDRJABfilm/Anne Misselwitz
  • Jenny (r) sucht nach Hilfe. Die 30jährige hat FAS, eine Behinderung, die kaum jemand kennt. Vergrößern
    Jenny (r) sucht nach Hilfe. Die 30jährige hat FAS, eine Behinderung, die kaum jemand kennt.
    Fotoquelle: WDR/JABfilm/Anne Misselwitz
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    Fotoquelle: WDR Presse und Information/Bildkommunikation
Report, Gesellschaft und Soziales
Menschen hautnah

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2017
WDR
Do., 06.09.
22:40 - 23:25


Am 26. Mai 2016, an ihrem 30. Geburtstag, geht Jenny mit ihrer Tochter Sophie zu einer Untersuchung in die Berliner Charité. Sophie hat eine verminderte Intelligenz, sie entwickelt sich langsamer als Gleichaltrige. Jenny war bereits bei vielen Ärzten, doch keiner konnte eine Ursache finden. Erst in der Charité entdeckt der Kinderarzt Professor Dr. Hans-Ludwig Spohr, was dem Mädchen fehlt. Sophie leidet unter FAS, dem fetalen Alkoholsyndrom, einer Behinderung, die durch Alkoholkonsum ihrer Mutter während der Schwangerschaft verursacht wurde. Jenny erfährt, dass sie allein an den Schwierigkeiten ihres Kindes Schuld hat, und, als wäre das nicht genug, dass sie selbst auch FAS hat. Denn auch ihre eigene Mutter hat in der Schwangerschaft getrunken. FAS geht durch alle Schichten der Gesellschaft. In einer anonymen Befragung in frauenärztlichen Praxen haben jüngst über 58% der Patientinnen zugegeben, während der Schwangerschaft Alkohol getrunken zu haben. Mal ein Glas Wein oder Bier. Bis heute raten viele Gynäkologen werdenden Müttern zu einem Schluck Sekt zur Entspannung, nicht wenige empfehlen vor der Niederkunft gar ein Glas Rotwein, das würde einleitend wirken. Jenny versteht nun, warum ihre Tochter solche Probleme hat, aber vor allem auch, warum sie selbst in ihrem Leben immer wieder gescheitert ist. Alles fiel ihr schwer, nichts hielt: Keine Freunde; keinen festen Job, drei Kinder von drei unterschiedlichen Männern. Den Kontakt zu ihrer Mutter bricht sie ab. Nicht, weil die in der Schwangerschaft getrunken hat, sondern weil die es ihr nie gesagt hat. Wenn sie von FAS gewusst hätte, sagt Jenny, wäre ihr Leben anders verlaufen. So hat sie immer nur geglaubt, sie sei dumm. Jetzt weiß Jenny von FAS, dieser unheilbaren lebenslangen Behinderung, und möchte trotzdem eine gute Mutter sein. Doch Jenny fällt es schwer, den Alltag mit den drei Kindern in den Griff zu kriegen. Sie sucht Hilfe bei Behörden und Ärzten für ihre Tochter und für sich selbst. Obwohl das Jugendamt sie unterstützt, geht es ständig um die Frage: Kann sie mit ihren Kinder allein leben? Jenny hat den Mut, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen, weil noch immer viele glauben, ein Glas Alkohol schade dem Kind im Mutterleib nicht. Jenny weiß es besser.

Thema:

Alkoholkinder

Am 26. Mai 2016, an ihrem 30. Geburtstag, geht Jenny mit ihrer Tochter Sophie zu einer Untersuchung in die Berliner Charité. Sophie hat eine verminderte Intelligenz, sie entwickelt sich langsamer als Gleichaltrige. Jenny war bereits bei vielen Ärzten, doch keiner konnte eine Ursache finden. Erst in der Charité entdeckt der Kinderarzt Professor Dr. Hans-Ludwig Spohr, was dem Mädchen fehlt. Sophie leidet unter FAS, dem fetalen Alkoholsyndrom, einer Behinderung, die durch Alkoholkonsum ihrer Mutter während der Schwangerschaft verursacht wurde. Jenny erfährt, dass sie allein an den Schwierigkeiten ihres Kindes Schuld hat, und, als wäre das nicht genug, dass sie selbst auch FAS hat. Denn auch ihre eigene Mutter hat in der Schwangerschaft getrunken. FAS geht durch alle Schichten der Gesellschaft. In einer anonymen Befragung in frauenärztlichen Praxen haben jüngst über 58% der Patientinnen zugegeben, während der Schwangerschaft Alkohol getrunken zu haben. Mal ein Glas Wein oder Bier. Bis heute raten viele Gynäkologen werdenden Müttern zu einem Schluck Sekt zur Entspannung, nicht wenige empfehlen vor der Niederkunft gar ein Glas Rotwein, das würde einleitend wirken. Jenny versteht nun, warum ihre Tochter solche Probleme hat, aber vor allem auch, warum sie selbst in ihrem Leben immer wieder gescheitert ist. Alles fiel ihr schwer, nichts hielt: Keine Freunde; keinen festen Job, drei Kinder von drei unterschiedlichen Männern. Den Kontakt zu ihrer Mutter bricht sie ab. Nicht, weil die in der Schwangerschaft getrunken hat, sondern weil die es ihr nie gesagt hat. Wenn sie von FAS gewusst hätte, sagt Jenny, wäre ihr Leben anders verlaufen. So hat sie immer nur geglaubt, sie sei dumm. Jetzt weiß Jenny von FAS, dieser unheilbaren lebenslangen Behinderung, und möchte trotzdem eine gute Mutter sein. Doch Jenny fällt es schwer, den Alltag mit den drei Kindern in den Griff zu kriegen. Sie sucht Hilfe bei Behörden und Ärzten für ihre Tochter und für sich selbst. Obwohl das Jugendamt sie unterstützt, geht es ständig um die Frage: Kann sie mit ihren Kinder allein leben? Jenny hat den Mut, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen, weil noch immer viele glauben, ein Glas Alkohol schade dem Kind im Mutterleib nicht. Jenny weiß es besser.



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