Menschen hautnah

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    Wird mit Beinprothese alles besser? Kevin Kiry (r) steht zum ersten Mal auf der Prothese
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    Amputation auf eigenen Wunsch: Soll sich Kevin den rechten Unterschenkel entfernen lassen?
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    David Behre (l) motiviert Kevin Kiry (r) zum Training. Das Ziel: Paralympics Tokio 2020
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Report, Gesellschaft und Soziales
Menschen hautnah

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2017
WDR
Do., 13.09.
22:55 - 23:40


Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit - mit fatalen Folgen. Kevin Kiry ist 24 und steht mitten im Leben, als er auf dem Weg zur S-Bahn mit dem Fuß umknickt. Was er zunächst für eine vergleichsweise harmlose Sprunggelenksverletzung hält, wird zum Alptraum: Vier Operationen in vier Jahren bringen keine Besserung. Immer wieder hofft der einst begeisterte Amateurfußballer auf Heilung, immer wieder wird er zurückgeworfen auf Null. Kevin Kiry ist dauerhaft krankgeschrieben, mit chronischen Schmerzen ans Haus gefesselt, vollgepumpt mit Medikamenten, zum Nichtstun verdammt. Dann beschließt er, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Kevin informiert sich über eine Unterschenkel-Amputation. Freunde und Verwandte reagieren mit Unverständnis, teilweise mit Entsetzen. "Am Anfang hatte ich unheimlich Angst", sagte seine Mutter. Angst, dass durch die Amputation nichts besser wird. Auch Kevin Kiry ist lange unschlüssig: "Ist das richtig? Ist es falsch? Gehst du den richtigen Weg?" Ihm ist bewusst: Ob ihm eine Beinprothese wirklich ein aktives Leben ohne Schmerzen ermöglichen kann, wird er erst nach der OP erfahren. Doch rückgängig gemacht werden kann die Amputation dann nicht mehr. Eine Begegnung mit dem Prothesenprinter David Behre bringt schließlich die Entscheidung. Der Olympiasieger aus dem Leichtathletikkader des TSV Bayer 04 Leverkusen verlor bei einem Zugunglück vor zehn Jahren beide Unterschenkel. Doch dann entdeckte er den Sport für sich, ist heute Profisprinter und betreut außerdem ehrenamtlich Unfallopfer vor und nach einer Amputation. Der erfolgreiche Behindertensportler wird für den Kevin zum wegweisenden Mentor: Mit 28 Jahren beschließt er, die Amputation zu wagen. Eine extreme Entscheidung, das ist sich Kevin bewusst: "Das wirkt im ersten Moment auf jeden Menschen erst mal erschreckend. Warum lässt der sich was abnehmen, ist der verrückt?" Doch er möchte im Leben noch einmal richtig durchstarten und - wie sein Vorbild David Behre - selbst Prothesensprinter werden. Aber ist die Amputation mit all ihren Risiken wirklich der richtige Weg? Und ist Kevins Ziel, bei den nächsten Paralympics zu starten, realistisch? "Menschen hautnah"-Autorin Andrea Schuler hat Kevin Kiry auf seinem Weg in ein neues Leben begleitet.

Thema:

Ich will die Amputation - Kann Kevin Prothesensprinter werden?

Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit - mit fatalen Folgen. Kevin Kiry ist 24 und steht mitten im Leben, als er auf dem Weg zur S-Bahn mit dem Fuß umknickt. Was er zunächst für eine vergleichsweise harmlose Sprunggelenksverletzung hält, wird zum Alptraum: Vier Operationen in vier Jahren bringen keine Besserung. Immer wieder hofft der einst begeisterte Amateurfußballer auf Heilung, immer wieder wird er zurückgeworfen auf Null. Kevin Kiry ist dauerhaft krankgeschrieben, mit chronischen Schmerzen ans Haus gefesselt, vollgepumpt mit Medikamenten, zum Nichtstun verdammt. Dann beschließt er, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Kevin informiert sich über eine Unterschenkel-Amputation. Freunde und Verwandte reagieren mit Unverständnis, teilweise mit Entsetzen. "Am Anfang hatte ich unheimlich Angst", sagte seine Mutter. Angst, dass durch die Amputation nichts besser wird. Auch Kevin Kiry ist lange unschlüssig: "Ist das richtig? Ist es falsch? Gehst du den richtigen Weg?" Ihm ist bewusst: Ob ihm eine Beinprothese wirklich ein aktives Leben ohne Schmerzen ermöglichen kann, wird er erst nach der OP erfahren. Doch rückgängig gemacht werden kann die Amputation dann nicht mehr. Eine Begegnung mit dem Prothesenprinter David Behre bringt schließlich die Entscheidung. Der Olympiasieger aus dem Leichtathletikkader des TSV Bayer 04 Leverkusen verlor bei einem Zugunglück vor zehn Jahren beide Unterschenkel. Doch dann entdeckte er den Sport für sich, ist heute Profisprinter und betreut außerdem ehrenamtlich Unfallopfer vor und nach einer Amputation. Der erfolgreiche Behindertensportler wird für den Kevin zum wegweisenden Mentor: Mit 28 Jahren beschließt er, die Amputation zu wagen. Eine extreme Entscheidung, das ist sich Kevin bewusst: "Das wirkt im ersten Moment auf jeden Menschen erst mal erschreckend. Warum lässt der sich was abnehmen, ist der verrückt?" Doch er möchte im Leben noch einmal richtig durchstarten und - wie sein Vorbild David Behre - selbst Prothesensprinter werden. Aber ist die Amputation mit all ihren Risiken wirklich der richtige Weg? Und ist Kevins Ziel, bei den nächsten Paralympics zu starten, realistisch? "Menschen hautnah"-Autorin Andrea Schuler hat Kevin Kiry auf seinem Weg in ein neues Leben begleitet.



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