Die Mercuriales sind zwei Zwillingstürme in Porte de Bagnolet, einem Vorort und sozialen Brennpunkt von Paris, die an das zerstörte World Trade Center erinnern. Zwar stehen die zwei Türme hier noch, doch sie überragen einen Ort, in dem Zerstörung, Gewalt und Einsamkeit den Alltag der Menschen prägen. In diesem Umfeld lernen sich die beiden jungen Frauen Lisa und Joane kennen, die schnell erkennen, dass sie vieles miteinander verbindet. Allem voran: die Suche nach dem Sinn des Lebens, nach einem erfüllteren Leben, nach Liebe und Geborgenheit und nach Erfolg. Es sind die Illusionen und Träume zweier junger Frauen, die zunächst aus ganz unterschiedlichen Gründen nach Paris gekommen sind - die Moldauerin Lisa sucht nach ihrer geliebten Cousine, die nach ihrer Auswanderung nach Frankreich spurlos verschwunden ist, und Joane träumt von einer Karriere als professioneller Tänzerin - und doch erkennen sie die Wünsche und Sehnsüchte der jeweils anderen in sich selbst wieder. Es ist die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Als Zwillinge im Geiste treten sie fortan gemeinsam der tristen Welt um sie herum entgegen und schlagen sich durch den Großstadtdschungel und die Gefahren, die in ihm lauern. Sie stützen sich gegenseitig im Taumel der Perspektivlosigkeit und fliehen zu zweit in das Ferienhaus von Lisas Großeltern an der polnisch-deutschen Grenze, um den Sorgen und Zukunftsängsten zumindest für ein paar Tage zu entkommen. Doch der schmale Grat zwischen absoluter Freiheit und den Ketten der gesellschaftlichen Realität holt die beiden auch dort wieder ein ...