Miet-Wahnsinn in Deutschland

  • Shadya Al Shaar und Thaer Al Basha sind mit ihren vier Söhnen aus Syrien geflüchtet. In Berlin Pankow leben sie im Flüchtlingsheim. Jetzt wollen sie nach vorn blicken. Sie wünschen sich eine eigene Wohnung, etwas mehr Privatsphäre. Doch ohne ausreichend Sprachkenntnisse wird diese Suche sehr schwer. Vergrößern
    Shadya Al Shaar und Thaer Al Basha sind mit ihren vier Söhnen aus Syrien geflüchtet. In Berlin Pankow leben sie im Flüchtlingsheim. Jetzt wollen sie nach vorn blicken. Sie wünschen sich eine eigene Wohnung, etwas mehr Privatsphäre. Doch ohne ausreichend Sprachkenntnisse wird diese Suche sehr schwer.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Die 22-jährige Shannon Krause ist auf Wohnungssuche in Berlin. Sie ist Auszubildende, hat nur ein geringes Einkommen. Eigentlich wollte sie in einen der hippen Szenebezirke ziehen. Um jedoch überhaupt ein eigenes Dach über dem Kopf zu ergattern, muss sie sich nun in den ruhigen Randbezirken umschauen. Vergrößern
    Die 22-jährige Shannon Krause ist auf Wohnungssuche in Berlin. Sie ist Auszubildende, hat nur ein geringes Einkommen. Eigentlich wollte sie in einen der hippen Szenebezirke ziehen. Um jedoch überhaupt ein eigenes Dach über dem Kopf zu ergattern, muss sie sich nun in den ruhigen Randbezirken umschauen.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Berlin boomt. Die Bevölkerung der Hauptstadt wächst bis 2030 um weitere 266 000 Personen auf 3,828 Millionen. Um diesem Zuzug gerecht zu werden, müssten pro Jahr mindestens 20 000 bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Denn im Innenbereich der Hauptstadt gibt es bereits jetzt kaum mehr Wohnraum für Normalverdiener. Vergrößern
    Berlin boomt. Die Bevölkerung der Hauptstadt wächst bis 2030 um weitere 266 000 Personen auf 3,828 Millionen. Um diesem Zuzug gerecht zu werden, müssten pro Jahr mindestens 20 000 bezahlbare Wohnungen gebaut werden. Denn im Innenbereich der Hauptstadt gibt es bereits jetzt kaum mehr Wohnraum für Normalverdiener.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Christin und Jörg Bellmann sind Urberliner und mit ihren drei Kindern Anton, Mark und Johanna schon lange auf Wohnungssuche. Sie haben nur ein Budget von knapp 1000 Euro für Miete zur Verfügung. Sie wollen im angesagten Bezirk Prenzlauer Berg bleiben, weil sie dort eine optimale Betreuung für ihren behinderten Sohn gefunden haben. Vergrößern
    Christin und Jörg Bellmann sind Urberliner und mit ihren drei Kindern Anton, Mark und Johanna schon lange auf Wohnungssuche. Sie haben nur ein Budget von knapp 1000 Euro für Miete zur Verfügung. Sie wollen im angesagten Bezirk Prenzlauer Berg bleiben, weil sie dort eine optimale Betreuung für ihren behinderten Sohn gefunden haben.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Endlich. Alles für den Umzug gepackt. Die Durchschnittsmiete für neu geschaffenen Wohnraum liegt in Berlin mittlerweile bei knapp neun Euro. Dieser Preis ist für viele Menschen unbezahlbar. Vergrößern
    Endlich. Alles für den Umzug gepackt. Die Durchschnittsmiete für neu geschaffenen Wohnraum liegt in Berlin mittlerweile bei knapp neun Euro. Dieser Preis ist für viele Menschen unbezahlbar.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Shannon Krause ist 22 Jahre jung und auf der Suche nach einer kleinen Wohnung in einem Berliner Kiez. Vor zwei Jahren ist sie für eine Ausbildung aus einer niedersächsischen Kleinstadt extra in die Hauptstadt gekommen. Doch nun lebt sie bei einer Freundin zur Untermiete - im Wohnzimmer. Vergrößern
    Shannon Krause ist 22 Jahre jung und auf der Suche nach einer kleinen Wohnung in einem Berliner Kiez. Vor zwei Jahren ist sie für eine Ausbildung aus einer niedersächsischen Kleinstadt extra in die Hauptstadt gekommen. Doch nun lebt sie bei einer Freundin zur Untermiete - im Wohnzimmer.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
  • Familie Bellmann hat es geschafft! Mit einem Wohnberechtigungsschein haben sie endlich eine bezahlbare Wohnung für ihre fünfköpfige Familie finden können. Bei der Vertragsunterzeichnung fällt allen ein Stein vom Herzen. Vergrößern
    Familie Bellmann hat es geschafft! Mit einem Wohnberechtigungsschein haben sie endlich eine bezahlbare Wohnung für ihre fünfköpfige Familie finden können. Bei der Vertragsunterzeichnung fällt allen ein Stein vom Herzen.
    Fotoquelle: ZDF/Meike Materne
Report, Haus/Bauen/Wohnen
Miet-Wahnsinn in Deutschland

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2016
ZDFinfo
Mi., 06.06.
07:45 - 08:13
Ist Wohnen unbezahlbar?


Berlin ist hip und boomt. Bis 2030 wird die Berliner Bevölkerung auf fast vier Millionen Bewohner anwachsen. All diese Menschen brauchen ein Dach über dem Kopf, eine bezahlbare Wohnung. "Früher war im Prenzlauer Berg alles grau, das will keiner zurück haben. Dass sich aber ein Berliner hier keine Wohnung mehr leisten kann, ist eine Katastrophe." Jörg ist hier geboren und ärgert sich über die rasant steigenden Mieten in seinem Kiez. Mit Ehefrau Christin und seinen drei Kindern Anton, Mark und Johanna lebt der Buchhalter auf 67 Quadratmetern. Für die Miete zahlen sie 650 Euro warm, ein Schnäppchen im angesagten Bezirk. Ab September geht Anton zur Schule, dann soll er ein eigenes Zimmer haben. Seit mittlerweile vier Jahren suchen sie nach einer größeren Wohnung, wollen unbedingt im Prenzlauer Berg bleiben. Das Ehepaar hat rund 27 000 Euro Jahreseinkommen plus Kinder- und Pflegegeld. Für eine größere Wohnung können sie maximal 1000 Euro Warmmiete berappen. So viel kostet etwa eine sozialgeförderte Wohnung. Auf dem freien Wohnungsmarkt müssten sie locker nochmals 500 Euro drauflegen - das ist nicht drin. Im Berliner Innenstadtbereich gibt es für normal verdienende Menschen so gut wie keinen bezahlbaren Wohnraum mehr. Die Durchschnittsmiete liegt mittlerweile bei neun Euro pro Quadratmeter netto kalt. Im angesagten Bezirk Mitte werden bereits Spitzenpreise von 16 Euro erreicht. Doch selbst "Normal-Mieten" um die sieben bis acht Euro können sich viele schlichtweg nicht mehr leisten: Rund eine Million Berliner sind auf Transferleistungen angewiesen. Hinzu kommen Geringverdiener, die Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein haben und Tausende von Flüchtlingen. Bis Mai 2016 waren es fast 55 000 Flüchtlinge, die in Berlin geblieben sind. Ist ihr Aufenthaltsstatus mal geklärt, können sie ebenfalls auf Wohnungssuche gehen und werden zu Konkurrenten für Durchschnittsverdiener. Vor zwei Jahren kam die 22-jährige Shannon aus dem niedersächsischen Melle nach Berlin und sucht noch immer nach einer eigenen kleinen Wohnung. Sie ist Auszubildende und hat mit ihrem geringen Einkommen kaum Chancen, trotz der Bürgschaft ihrer Eltern. Über 100 Bewerbungen hat sie allein in den vergangenen drei Monaten geschrieben und war selbst auf unzähligen Besichtigungen. Zurzeit wohnt sie in Kreuzberg bei einer alleinerziehenden Freundin mit Kind, die vorübergehend ihr Schlafzimmer zur Verfügung gestellt hat. Der temporäre Zustand hält nun schon über sieben Monate an. Sie wollte gern in den hippen Innenstadtbereichen wohnen, das aber kann sie sich wohl abschminken. Bei ihrer letzten Besichtigung einer Einzimmerwohnung in Schöneberg hatte Shannon 99 Mitbewerber. Kaum ein anderes Thema beschäftigt die Berliner so, wie die Frage nach einer bezahlbaren Wohnung. Über mehrere Wochen begleitet die "ZDF.reportage" Menschen bei der Suche nach einer für sie erschwinglichen Wohnung. Welche bürokratischen Hürden müssen sie nehmen, welche Erfahrungen machen sie bei Wohnungsbesichtigungen, und werden sie am Ende Glück haben?


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