Pornografie ist ein Milliardengeschäft. Und mittendrin: Deutschland. Viele profitieren davon, und Experten warnen vor Schattenseiten. Die Pornografie befindet sich in einem radikalen Wandel. Durch das Internet entstand ein neues Porno-Genre: kostenlos und frei verfügbar - auch für Kinder. Billig gedrehte Filme mit Amateuren und Webcam-Girls, mit denen Konsumenten sogar selbst Sex haben können. Pornografie gibt es schon seit der Antike und sollte als Aufklärung dienen. Doch weit gefehlt. Von Pornografie sprechen Experten erst, seit es Massenmedien gibt, und nur zur Aufklärung dient sie schon lange nicht mehr. Experten warnen vor Schattenseiten. Eine davon: Pornos sind so gefährlich wie Drogen, es gibt immer mehr süchtige Konsumenten. Sie bekommen ein falsches Bild von Sexualität. Einige von ihnen fügen Frauen später Gewalt zu, wie im Porno - sie kennen es ja nicht anders. Rocco aus Leipzig gehört zur sogenannten Generation Porno und sagt: "Pornos zerstören dein Leben." Der 21-Jährige war fünf Jahre lang pornosüchtig. Eine Erziehungswissenschaftlerin der Universität Marburg hat dazu fast 3000 Schüler befragt. Die Ergebnisse sind alarmierend: Sexuelle Gewalt ist Alltag für Jugendliche. Und: Der häufige Konsum von Pornografie erhöht die Wahrscheinlichkeit für sexuelle Übergriffe. Eine weitere Studie zeigt: Jugendliche und Kinder werden immer früher mit Pornos konfrontiert - häufig ungewollt. Es kann sie ein Leben lang schädigen. Aber sind die Schattenseiten Grund genug, eine ganze Branche zu verteufeln oder an Verbote zu denken? "Nein" sagen die, die Pornografie als legitimen Teil einer liberalen Gesellschaft sehen. "Ja" sagen nicht wenige Kritiker und schlagen Alarm: Wir zerstören eine ganze Generation, eine ganze Gesellschaft, wenn wir nicht etwas dagegen unternehmen. Pornografie sei der Einstieg in die Prostitution und umgekehrt. Mit all ihren dramatischen Folgen - Menschenhandel, Ausbeutung, Gewalt.