Mit Wölfen unter einer Decke

  • Die Wölfe: Aragon, Kaspar, Shima, Tataya. Vergrößern
    Die Wölfe: Aragon, Kaspar, Shima, Tataya.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Dokumoto/Barbara Fal
  • Regisseurin Barbara Fally-Puskas mit Wölfen im Wolfspark von Indiana, USA. Vergrößern
    Regisseurin Barbara Fally-Puskas mit Wölfen im Wolfspark von Indiana, USA.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Dokumoto/Barbara Fal
  • Die Leiter des Wolf Science Center: Friederike Range, Zsofia Viranyi und Kurt Kotrschal mit ihren Haushunden. Vergrößern
    Die Leiter des Wolf Science Center: Friederike Range, Zsofia Viranyi und Kurt Kotrschal mit ihren Haushunden.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Dokumoto/Barbara Fal
  • Zsofia Viranyi mit Babywolf. Vergrößern
    Zsofia Viranyi mit Babywolf.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Dokumoto/Barbara Fal
Natur+Reisen, Tiere
Mit Wölfen unter einer Decke

Infos
Produktionsland
Österreich
Produktionsdatum
2010
3sat
Mi., 28.11.
01:35 - 02:20
Folge 1, Ernstbrunn - Montana und zurück


Was unterscheidet den Haushund vom Wolf, wenn beide unter denselben Bedingungen aufwachsen? Welche Fähigkeiten gingen im Zuge der Domestikation verloren, und welche wurden dazugewonnen? In der dreiteiligen Reihe suchen Regisseurin Barbara Fally-Puskás und ihr Filmteam gemeinsam mit den Mitarbeitern des Wolf Science Center in Ernstbrunn nach Antworten auf all diese Fragen. Im ersten Teil holen sie vier Welpen aus Montana, USA, nach Österreich. Im niederösterreichischen Weinviertel heulen seit gut eineinhalb Jahren Wölfe. Nicht in freier Wildbahn, sondern wohlbehütet in den Gehegen des WSC. Vier einjährige Timberwölfe sind im Mai 2009 in die Schlossgärten von Ernstbrunn eingezogen. Nachdem das Quartett für wissenschaftliches Arbeiten zu klein ist, entschließen sich die Wolfsforscher, weitere Jungtiere nach Ernstbrunn zu holen - diesmal jedoch nicht aus dem Tierpark Herberstein, sondern aus den USA, der Heimat der Timberwölfe. Regisseurin Barbara Fally-Puskás will von Anfang an dabei sein. Gemeinsam mit Bea Belenyi und Helene Möslinger, zwei Mitarbeiterinnen des WSC, und Kameramann Ferdinand Cibulka reist Fally-Puskás nach Montana, um dort 14 Tage alte Welpen abzuholen. Da keine amerikanische Fluglinie derart junge Wölfe transportieren darf, geht die Reise im Dienste der Wolfsforschung per Auto quer durch die USA von Montana nach New York: 4500 Kilometer mit vier winzigen Wolfswelpen im Gepäck. Rückblickend gesteht Fally-Puskás: "Es war erstaunlich, wie sich von der ersten Minute mit den Welpen bis zum Eintreffen in Ernstbrunn nahezu alles ausschließlich um deren Nahrungsaufnahme und das Geschäft danach drehte. Trinken die Kleinen genug? Wollen sie mehr? Vertragen sie die Nahrung? Haben sie Durchfall?" Und nicht immer scheint alles zum Besten. Die Kleinen verkraften die Umstellung nur schwer, ein Zwischenstopp mit Tierarztbesuch im Wolfspark von Indiana ist notwendig. Für die letzte Etappe von New York nach Wien dürfen die Kleinen an Bord einer österreichischen Fluglinie. Und ob Passagiere oder Flugpersonal - alle schließen die süßen Welpen sofort in ihr Herz. Schließlich kommen die vier kleinen Welpen - Tatonga, Nanuk, Yukon und Geronimo - und ihre Begleiter gesund und wohlbehalten in Wien an. Doch wozu der ganze Aufwand? Kurt Kotrschal, Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstation in Grünau und Professor an der Universität Wien, sowie die Kognitionsbiologen Friederike Range und Zsofia Viranyi haben sich vor einigen Jahren in Wien zusammengefunden. Kotrschal: "Da waren dann drei beisammen, die verrückt genug sind, so ein Projekt aus dem Nichts zu starten!" Die drei Leiter des WSC beschlossen in Kooperation mit der Universität Wien und der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau, die geistigen Fähigkeiten des Wolfes zu erforschen und herauszufinden, was den Hund nun tatsächlich von seinem Urahnen, dem Wolf, unterscheidet. Wölfe sind wie der Mensch von Kooperationen abhängig. Wie viel sie zur Kooperation bewusst beitragen oder im Laufe ihres Lebens erlernen können, ist eine spannende Frage, die es von den Forschern zu klären gilt. Deshalb ziehen Kurt Kotrschal, Friederike Range und Zsofia Viranyi nun erstmals in der Hundeforschung ein Rudel Wölfe mit der Hand auf. Bisher hat man nur Erfahrungen mit Einzelaufzuchten gemacht. Die Wölfe im WSC dürfen Wolf im Rudel bleiben und bauen dennoch eine innige Beziehung zu ihren menschlichen Partnern auf.


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