Jena 1990. Die Wende 1989 bringt die Wiedervereinigung Deutschlands, aber auch eine Menge arbeitslose Menschen. Viele Jugendliche in Ostdeutschland erleben ihre verunsicherten Eltern und Lehrer, spüren die Machtlosigkeit der Polizei und des Staates. Sie empfinden sich als Menschen zweiter Klasse und lernen schnell, dass vonseiten der Gesellschaft keine Hilfe zu erwarten ist. Reihenweise driften junge Leute von der Schule in die Arbeitslosigkeit. Sie sind wütend. Eine von ihnen ist Beate Zschäpe , die in den Bann junger Neonazis in Jena-Winzerla gerät. Sie freundet sich mit Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt an. Aus den drei Freunden wird bald eine verschworene Gemeinschaft. Ihr Gefühl der Ohnmacht führt zu Wut und Rebellion und mündet schliesslich in Hass und Gewalt. In einem Neonazi-Umfeld organisieren und radikalisieren sie sich, dicht gefolgt und umgeben nicht nur von Verbündeten, sondern von «Nazi-Kameraden», die inzwischen als Spitzel für den Verfassungsschutz arbeiten. Ihre Aktionen sind sowohl der Polizei wie dem Verfassungsschutz bekannt. Dennoch werden sie nicht festgenommen. Nach einem missglückten Bombenanschlag und dem Fund von Sprengstoff in einer von Beate Zschäpe angemieteten Garage gehen die drei Neonazis Ende 1998 in den Untergrund. Was folgt, ist die schwerwiegendste, erschütterndste Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte.