Im Oktober 2017 wurde Maltas bekannteste Journalistin Daphne Caruana Galizia ermordet. Lange waren die Drahtzieher unbekannt. Inzwischen ist klar: Sie wurde zum Opfer einer mafiösen Elite. Über Jahre wurde Galizia bedroht und attackiert, ohne dass die Sicherheitsbehörden einschritten, um die Reporterin zu schützen. Denn mit ihren Enthüllungen über die korrupte Führungselite brachte sie auch das politische System ins Wanken. Sie gehörte zu den Enthüllerinnen der "Panama Papers" und deckte auf, dass Regierungsbeamte des kleinsten EU-Mitgliedslandes Offshore-Firmen besaßen. Weil sich Galizia durch den Hass nicht einschüchtern ließ, gab es offenbar nur ein Mittel, sie zu stoppen: ihre Ermordung. Ihre Söhne, Freunde und Politiker berichten von einer sich immer schneller drehenden Spirale der Eskalation. Die Dokumentation gibt Einblicke in eine tief gespaltene Gesellschaft. Ein Mahnmal, mit dem Aktivisten Gerechtigkeit fordern, wird täglich im Regierungsauftrag zerstört. Es gab scharfe Kritik aus dem Ausland und eine Resolution des Europarats, die Malta zum Handeln aufforderte - aber all das perlte bislang an Premierminister Joseph Muscat ab. Doch Ende November 2019 kam Bewegung in den Fall. Ein Unternehmer wurde unter Mordverdacht festgenommen - und nannte weitere Namen. Mit Keith Schembri trat kurz darauf Muscats Stabschef zurück - einer der einflussreichsten Politiker des Landes. Gibt es am Ende doch noch Gerechtigkeit für Daphne Caruana Galizia?