Mord im Krankenhaus

  • Niels H. löste bei Patienten Notfälle aus, um sich nach erfolgreicher Reanimation als Retter feiern zu lassen. Er suchte den Kick und die Anerkennung. Vergrößern
    Niels H. löste bei Patienten Notfälle aus, um sich nach erfolgreicher Reanimation als Retter feiern zu lassen. Er suchte den Kick und die Anerkennung.
    Fotoquelle: ZDF/Alex Alfes
  • Niels H. spritzte Patienten unter anderem ein Medikament, das bei zu hoher Dosierung zum Herzstillstand führen kann. Er nahm den Tod von Patienten billigend in Kauf. Vergrößern
    Niels H. spritzte Patienten unter anderem ein Medikament, das bei zu hoher Dosierung zum Herzstillstand führen kann. Er nahm den Tod von Patienten billigend in Kauf.
    Fotoquelle: ZDF/Alex Alfes
  • Der Krankenpfleger Niels H. aus Niedersachsen wird für eine beispiellose Mordserie verantwortlich gemacht. Vergrößern
    Der Krankenpfleger Niels H. aus Niedersachsen wird für eine beispiellose Mordserie verantwortlich gemacht.
    Fotoquelle: ZDF/Alex Alfes
Report, Dokumentation
Mord im Krankenhaus

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ZDFinfo
Do., 03.01.
10:45 - 11:15
Warum stoppte niemand den Todespfleger?


Die Dimension des Falls ist einzigartig: Der Krankenpfleger Niels H. aus Niedersachsen ist des Mordes an 100 Patienten angeklagt. Im Oktober 2018 musste er sich dafür vor Gericht verantworten. Wieso konnte Niels H. so lange ungehindert morden? Obwohl auffallend viele Patienten während seiner Dienstzeit starben, der Medikamentenverbrauch erhöht war und er sich auffällig verhielt? Es gab also Verdachtsmomente. Doch niemand zeigte ihn an. Niels H. mordete an zwei Kliniken: Oldenburg und Delmenhorst. Heute weiß man: Er provozierte Notfälle, um sich nach erfolgreicher Wiederbelebung als Retter feiern zu lassen. Er hungerte nach Anerkennung, suchte den Kick, so gab er selbst vor Gericht an. Dass Menschen dabei zu Tode kamen, nahm er in Kauf. Auch der Großvater von Christian Marbach starb durch eine tödliche Medikamentendosis, verabreicht von Niels H. Der Patient war nach einer Darmoperation auf dem Weg der Genesung. "Wir haben dem Klinikum Delmenhorst unseren Großvater anvertraut, er hätte nicht sterben müssen. Er hatte nichts Tödliches, um das mal ganz klar zu sagen", so der Enkel heute. Er will wissen, warum in der Klinik weggeschaut wurde. Der Fall Niels H. - nach Meinung der Ermittler die größte Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte. Doch er war nicht der einzige Pfleger, der zum Täter wurde. Der Psychiater Karl H. Beine erforscht Patiententötungen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Weltweit hat er Dutzende Tötungsserien untersucht, einige auch in Deutschland. Es gebe Frühwarnzeichen bei Tätern, auf die geachtet werden müsse: eine rohe Sprache zum Beispiel. "Wenn nicht mehr von Sterben die Rede ist, sondern von Abkratzen. Oder wenn einzelne Mitarbeiter in Teams einschlägige Spitznamen bekommen wie Vollstrecker oder Todesengel", erläutert Beine. Im Fall Niels H. werden auch Verantwortliche der Kliniken vor Gericht erscheinen müssen. Was haben die betroffenen Krankenhäuser daraus gelernt? Wie können Patiententötungen verhindert werden? Wie sicher sind unsere Kliniken heute? "ZDFzoom" spricht mit Angehörigen, Experten, Ermittlern und einem ehemaligen Kollegen von Niels H. Mehr unter www.zoom.zdf.de


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