Spannung, Nervenkitzel, Serienmörder, Psychopathen aller Art und eine Vorliebe für kühle Blondinen - dem breiten Publikum ist Alfred Hitchcock vor allem als "Master of Suspense" ein Begriff. Aus der Lust an der Angst hat Hitchcock sein Erkennungszeichen gemacht. Er war ein faszinierender Leinwandmagier und darüber hinaus ein Fernsehstar, der komische wie furchteinflößende Effekte gleichermaßen beherrschte. Doch was weiß man vom wahren Hitchcock? Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt dankte "Hitch" der Frau, die für ihn alles in einem war: Ehefrau, Mutter der gemeinsamen Tochter, Ko-Drehbuchautorin, Cutterin und lebenslange Partnerin - Alma Reville. Hinter der berühmten Silhouette verbargen sich in Wirklichkeit also zwei Hitchcocks, Hitch und Alma. Vom ersten Tag ihrer Begegnung an bis zum Ende ihres Lebens konzipierten die beiden Unzertrennlichen in echter Gemeinschaftsarbeit Meisterwerke, die Filmgeschichte schrieben. Zwischen den beiden herrschte sofort absolute Vertrautheit; er beginnt einen Satz, sie beendet ihn; er hat eine Idee für einen Plot, sie entwickelt ihn weiter. Sie ist es schließlich auch, die die Reihenfolge der Einstellungen der Duschszene in "Psycho" festlegt. Die neue Hitchcock-Biografie lässt den legendären Regisseur anhand dieser symbiotischen Beziehung in neuem Licht erscheinen. Neben Alma war er als Regisseur nur von einer anderen weiblichen Figur besessen: der jungen, schönen und häufig undurchsichtigen Blondine, idealtypisch verkörpert von Grace Kelly etwa in "Bei Anruf Mord", "Das Fenster zum Hof" oder "Über den Dächern von Nizza". In vielen Filmen bedient Hitchcock auf den ersten Blick das klassische Motiv der schwachen, zu beschützenden Frau. Doch während das Klischee verlangt, dass der strahlende Held sie rettet, ist sie bei Hitchcock dem Mann auch oft überlegen und wendet das Geschehen am Ende dann doch noch zum Guten.