Am 25. November 1915 trägt Einstein seine berühmte Allgemeine Relativitätstheorie vor. Nur wenige Jahre später werden seine revolutionären Ideen von Raum und Zeit während einer Sonnenfinsternis bestätigt. Über Nacht wird Einstein zum Superstar der Wissenschaft. Geschickt nutzt Einstein seine Popularität und schenkt einer vom Krieg versehrten Welt, wonach sie sich sehnt: seine Genialität, seine humanitären Ideale, seine eigenwillige Erscheinung, seine Zivilcourage. Schon bald ist Einsteins Urteil weit über die Physik hinaus gefragt. Früher als andere erkennt er gesellschaftliche Fehlentwicklungen: Seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus ist bekannt, weniger sein Einsatz für die Gleichberechtigung der Schwarzen in den USA. Dass Einstein sich mit schwarzen Bürgerrechtlern trifft, macht ihn für das FBI höchst verdächtig. Genauso konsequent ist Einstein darauf bedacht, dass möglichst wenig über sein privates Leben, seine Schwächen und Niederlagen nach außen dringt. Der charismatische Physiker hat wesentlich zu seiner eigenen Legende mit beigetragen. Wer war aber dieser Mann, der als jüdischer Intellektueller, als überzeugter Pazifist und Weltbürger die kollektive Fantasie des 20. Jahrhunderts derart gefesselt hat? Und warum geht uns Einstein, angesichts der Herausforderungen unserer Zeit, immer noch etwas an? Entlang seines bewegten Lebenswegs, mit Reenactments und historischen Originalaufnahmen, spürt "Mythos Einstein" den wahren und erfundenen Legenden um dieses Jahrhundert-Genie nach - gemäß der Erkenntnis: Jeder kennt Einstein. Niemand kennt Einstein.