NETZ NATUR: Wem gehört der Garten?

  • Schneckenschreck: Igel sind in Gärten gern gesehen, weil sie so niedlich sind und auch weil sie Schnecken fressen. Vergrößern
    Schneckenschreck: Igel sind in Gärten gern gesehen, weil sie so niedlich sind und auch weil sie Schnecken fressen.
    Fotoquelle: SRF
  • Gärtnerschreck: Rote und schwarze Nacktschnecken machen vielen Gartenfreunden das Leben sauer. Vergrößern
    Gärtnerschreck: Rote und schwarze Nacktschnecken machen vielen Gartenfreunden das Leben sauer.
    Fotoquelle: SRF
  • Kampfflieger: Wespen erbeuten im Laufe des Sommers mehr Insekten als Vögel. Vergrößern
    Kampfflieger: Wespen erbeuten im Laufe des Sommers mehr Insekten als Vögel.
    Fotoquelle: SRF
  • Kompromisslos grün: Das Grosse Heupferd ist in unseren Gärten selten geworden und kommt nur noch vor, wo kein Gift gespritzt wird. Vergrößern
    Kompromisslos grün: Das Grosse Heupferd ist in unseren Gärten selten geworden und kommt nur noch vor, wo kein Gift gespritzt wird.
    Fotoquelle: SRF
  • Tödliche Blumen: Die Krabbenspinne lauert gut getarnt den zahlreichen Blütenbesuchern auf. Vergrößern
    Tödliche Blumen: Die Krabbenspinne lauert gut getarnt den zahlreichen Blütenbesuchern auf.
    Fotoquelle: SRF
  • Gärtnerschreck: Rote und schwarze Nacktschnecken machen vielen Gartenfreunden das Leben sauer. Vergrößern
    Gärtnerschreck: Rote und schwarze Nacktschnecken machen vielen Gartenfreunden das Leben sauer.
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  • Schneckenschreck: Igel sind in Gärten gern gesehen, weil sie so niedlich sind und auch weil sie Schnecken fressen. Vergrößern
    Schneckenschreck: Igel sind in Gärten gern gesehen, weil sie so niedlich sind und auch weil sie Schnecken fressen.
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  • Kampfflieger: Wespen erbeuten im Laufe des Sommers mehr Insekten als Vögel. Vergrößern
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Natur+Reisen, Tiere
NETZ NATUR: Wem gehört der Garten?

Infos
Produktionsland
Schweiz
Produktionsdatum
2012
SF2
Mi., 01.08.
14:05 - 14:55
2012


Es blüht und singt und summt aus allen Ecken, und mittendrin kniet Jonas Frei mit seiner Kamera. «Ein Malvenspitzmäuschen», flüstert er und zeigt auf den kleinen schwarzen Käfer an einem Blütenstengel. Das Insekt ist von Auge kaum zu sehen, doch auf dem Monitor der Kamera wird klar: Der kleine Rüsselkäfer sucht eine Partnerin. Vorsichtig nähert er sich ihr, doch sie hat kein Interesse und verschwindet hinter einem Blatt. Szenen aus dem Mikrokosmos eines Naturgartens, wo sich in jeder Ecke eine kaum bekannte Welt öffnet. Eine Igelfamilie hinter dem Holzstapel, Weinbergschnecken zwischen den Blumenbeeten und kleine Wespen, die Spinnen für ihren Nachwuchs fangen. Während drei Jahren erforschte und filmte der damals 20-jährige Jonas Frei den Garten. Er hatte 2009 an einem Jungfilmer-Projekt von «NETZ NATUR» teilgenommen und erwies sich als so talentiert, dass ihn die Redaktion mit weiteren Aufnahmen beauftragte. So ist schliesslich eine ganze «NETZ NATUR»-Sendung entstanden. Der Garten der Familie Frei ist Naturgarten, in dem Gifte nichts verloren haben. Die Blumen wachsen wie zufällig überall, wo sie einen Platz finden. Doch auch hier wird fleissig gejätet und geschnitten, gehäkelt und gepflanzt. Der Garten soll nicht ganz zur Wildnis werden. Die Blumen, die hier wachsen, sind so gezüchtet, dass sie länger und prachtvoller blühen als ihre wilden Verwandten. Doch Zuchtpflanzen haben oft schlechtere Karten gegen gierige Mundwerkzeuge von Insekten, Schnecken oder Würmer als Wildpflanzen. So hat sich unter den Cosmea-Blüten eine Kolonie Blattläuse niedergelassen. Sie werden von Ameisen behütet - und bewirtschaftet. Das Ameisenvolk nutzt den süssen Saft, den die Blattläuse ausscheiden. In diesem Garten werden die Blattläuse nicht mit Gift bekämpft. Diese Aufgabe übernehmen die zahlreichen Marienkäfer, die gefrässig eine Blattlaus nach der anderen verspeisen. Früher waren es ausschliesslich einheimische «Muttergottes»-Käferli oder «Himmelsgüügeli». Heute ist es vor allem der Harlekin-Marienkäfer, der aus Asien stammt. Die Freude der Gartenfreunde an der Exotik ist vielerorts für die einheimische Natur ohne böse Absicht zum Problem geworden. Viele Pflanzen, die für die Bepflanzung von Gärten eingeführt wurden, haben sich in die Natur verbreitet. Weil sie keine Feinde und Krankheiten vorfinden, wie in ihrer ursprünglichen Heimat, überwuchern manche Arten heute Wiesen und Wälder und machen den einheimischen Pflanzen den Lebensraum streitig. Kanadische Goldrute, Robinie oder der Sommerflieder sind Beispiele. Doch dies scheint in der Schweiz kaum jemanden zu kümmern: Während Länder wie Australien und die USA aufgrund übler Erfahrungen strenge Vorschriften für die Einfuhr von ausländischen Pflanzen haben, kann man in die Schweiz einführen, was das Gärtnerherz begehrt. Durch den internationalen Pflanzenhandel kommen so immer öfter auch neue Insektenarten ins Land. Ein Beispiel: Der Buchsbaumzünsler, der aus China mit importierten Buchspflanzen für den Garten eingeschleppt wurde. Die Raupen des kleinen Falters fressen jetzt ganze Buchshecken kahl. Und weil Buchs giftig ist, werden auch die Raupen giftig. Vögel und andere Insektenfresser verschmähen sie deswegen oft, und die Schmetterlinge können sich ungehindert vermehren. Ob einheimisch oder eingewandert: Für Jungfilmer Jonas Frei sind alle Tiere im Garten spannend und selten ein Problem. Wo eine sensible Pflanze zerstört wird, wächst an ihrer Stelle bald eine neue, die besser angepasst ist.


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