NETZ NATUR: Wilde Natur - Geld oder Leben

  • Kein Bären-Snack: Bärensichere Abfallkübel im Bal Müstair Vergrößern
    Kein Bären-Snack: Bärensichere Abfallkübel im Bal Müstair
    Fotoquelle: SRF
  • Friede mit der Natur: Das Biosphärenprojekt im Val Müstair zeigt, wie man sanfte Nutzung und Schutz der Natur in Einklang bringen kann. Vergrößern
    Friede mit der Natur: Das Biosphärenprojekt im Val Müstair zeigt, wie man sanfte Nutzung und Schutz der Natur in Einklang bringen kann.
    Fotoquelle: SRF
  • Bärengeheimnis: Weshalb alle Bären, die aus Italien kommen, wie in früheren Jahrhunderten die Wanderroute über das Val Müstair wählen, bleibt ihr Geheimnis. Vergrößern
    Bärengeheimnis: Weshalb alle Bären, die aus Italien kommen, wie in früheren Jahrhunderten die Wanderroute über das Val Müstair wählen, bleibt ihr Geheimnis.
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  • Keine Spur von Menschen: Das Seitental Val Mora gilt als wichtiges Refugium der Wildtiere im Winter und soll seine natürliche Ruhe bewahren. Vergrößern
    Keine Spur von Menschen: Das Seitental Val Mora gilt als wichtiges Refugium der Wildtiere im Winter und soll seine natürliche Ruhe bewahren.
    Fotoquelle: SRF
Natur+Reisen, Tiere
NETZ NATUR: Wilde Natur - Geld oder Leben

Infos
Produktionsland
Schweiz
Produktionsdatum
2011
SF2
Do., 02.08.
00:15 - 01:10
2011


Offenbar führt ein uralter Bärenwechsel aus Italien über das Alpental jenseits des Ofenpasses: Alle Bären aus Italien sind über das Val Müstair in die Schweiz gekommen. Die gemächlichen Brummer wurden seit dem Auftauchen des ersten Bären «JJ2» im Jahr 2005 durch die Bevölkerung im Val Müstair mehrheitlich willkommen geheissen. In einem Bärenprojekt hat man entlang der Passstrasse bärensichere Abfallbehälter installiert, um den zottigen Einwanderern keine einfache Futterquelle zu bieten, sodass sie den Menschen fernbleiben. Und es ist nicht die einzige Pioniertat zugunsten der Natur in dieser Gegend. Mit dem Schweizerischen Nationalpark als Kernzone des Naturschutzes hat das Val Müstair seit Oktober 2010 provisorisch das Label eines Unesco-Biosphärenreservats erhalten: Es verzichtet auf industrielle, landwirtschaftliche und touristische Grossprojekte und hat sich auf allen Ebenen der sanften Nutzung der Natur verpflichtet. «NETZ NATUR» begleitet eine Gruppe junger Menschen bei ihrer Expedition ins brisante Thema von Mensch und Natur: Wie darf der Mensch die Natur nutzen, ohne sie zu zerstören? Wie prallen die verschiedensten Interessen bei der Nutzung aufeinander? Gibt es Kompromisse, die den Menschen im Tal ein gutes Auskommen und gleichzeitig die langfristige Erhaltung reichhaltiger natürlicher Lebensräume und ihrer Bewohner ermöglichen? Bis heute hat es die Bevölkerung geschafft, den Bach Rom als einziges Gewässer in der Schweiz von der Quelle bis zur Schweizer Grenze unverbaut zu erhalten und gleichzeitig den Strombedarf des ganzen Tales mit Wasserkraft völlig unabhängig zu decken - eine wegweisende technische Pionierleistung dezentraler Stromproduktion, die dank engagierter lokaler Naturschützer und der Kompromissbereitschaft der Elektrizitätswirtschaft möglich wurde. Bachforellen, Wasseramseln und Libellen danken dafür. Die Landwirtschaft hat sich weitgehend biologischer Produktion verpflichtet und vermarktet erfolgreich lokale Spezialitäten direkt. Dank schonender landwirtschaftlicher Nutzung von Trockenwiesen konnte man so den Felsenfalter, der vom Aussterben bedroht ist, erhalten. Auch im Forst, im Tourismus oder in der Verkehrsplanung werden naturverträgliche, nachhaltige Formen der Nutzung erarbeitet. Doch geht das alles nicht ohne Konflikte ab: Der SAC will im Val Mora eine Touristenhütte massiv ausbauen. Die Landwirtschaft möchte das ausgiebige Bewässern der Wiesen mit Wasser aus dem Bach eher ausbauen, was die Artenvielfalt in den Wiesen stark einschränkt. Manche Vertreter der Tourismusbranche liebäugeln mit weiteren Liften für den Wintersport und hätten gern mehr Wasser aus kleinen, ökologisch wichtigen Alpseen für Schneekanonen. Auch die Horden von Motorradfahrern, die auf ihren Passtouren den ganzen Sommer über ungebremst lärmend durch das Tal brettern, sind weitere Knatternüsse auf dem Weg zu einem Umgang mit der Natur, die das Label einer Biosphäre verdient. Zwölf junge Menschen haben für «NETZ NATUR» die Fragen, die sich im Verhältnis zwischen Mensch und Natur in einem Alpental stellen, in einem Projekt des Vereins Graubünden Wald und Biosfera Val Müstair aufgearbeitet und damit auch entscheidende Erkenntnisse und Antworten für ihre eigene Zukunft gefunden.


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