Im Spätsommer 2016 wurde Mittelitalien massiv von Erdbeben erschüttert. Hunderte, meist mittelalterlich geprägte Ortschaften sind nur noch Schutt. Die Beben trafen das Herz eines weniger bekannten Italiens, wo viele der Ursprünge des mönchischen Lebens und ihrer Kunst bis heute überdauert hatten. Sie könnten für immer verschwinden. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren hat die Filmemacherin Stefanie Appel die spektakulären Rettungsaktionen vor Ort begleitet. Sie führt die Zuschauer in die bis heute "roten Zonen", in die der Zutritt verboten ist, und folgt den Kunstwerken, die seit Ende 2016 in Hochsicherheitsdepots gebracht werden. Außerdem wirft Stefanie Appel einen neuen Blick auf die Bedeutung immer noch gefährdeter Orte, die einst das Rückgrat italienischer Identität waren, nicht nur geografisch, sondern auch kulturgeschichtlich. Wie Norcia in Umbrien, Heimatstadt des heiligen Benedikt, der als Patron Europas gilt, wo am 30. Oktober 2016 die ihm geweihte Basilika einstürzte. Oder Preci, wo eines der ältesten Klöster Italiens fast vollständig zerstört wurde. Ebenso Amatrice, das man einst die "Stadt der hundert Kirchen" nannte. Was ist in den letzten Monaten mit den Orten und Menschen geschehen, welche Chance gibt es, alles zu retten? Denn neues Unheil droht jederzeit: Nachbeben und die vielleicht endgültige Zerstörung einer europäischen Kulturlandschaft.