"Ich bin in Europa, in Sicherheit, aber dem Krieg konnte ich nicht entfliehen. Er ist da, jeden Tag. Auf meinem Handy." NACHRICHTEN AUS SYRIEN - THE WAR ON MY PHONE portraitiert vier Menschen in ihrer Zerrissenheit zwischen der Sicherheit, die ihnen ihre Zufluchtsorte in Europa bieten, und den Nachrichten und Videos von Freunden und Verwandten in Syrien. Ein Häftling meldet sich regelmäßig mit Hilfe eines eingeschmuggelten Smartphones aus einem Assad-Gefängnis und schildert dem Freund in Münster seine erlittene Folter. Die Handy-Berichte und Bilder geben einen intimen Einblick in das Leben in Syrien jenseits der Nachrichten. Amjad, Omar, Zena und Shahinaz sind angekommen - in Münster, Saarbrücken, Ahrweiler und Lausanne. Aber dennoch können sie nicht wirklich hier sein. Denn täglich erreichen sie per Handy Nachrichten und Videos von Familie und Freunden: Nachrichten von Bombardierungen in Idlib und von Fluchtversuchen aus dem Gefängnis oder vom Alltag in einem von ISIS kontrollierten Gebiet. Es sind nicht die anonymen Nachrichtenbilder, die wir kennen, sondern sehr persönliche Berichte von Menschen mit Namen und Gesichtern, mit Geschichten und den damit verbundenen Schicksalen. Es sind keine professionellen Videos, die auf den Handys landen, sie sind verwackelt, sie sind unscharf, es gibt Störgeräusche - aber sie sind authentisch und sie bringen uns den Kriegsalltag nahe. Den inoffiziellen Krieg, den persönlichen Krieg. Die Videos und Nachrichten auf dem Handy stören die friedliche Welt in Europa. Statt sich ganz auf die neue Realität einlassen zu können, sind die Protagonisten hin und hergerissen zwischen der Idylle, in der sie oft gelandet sind, und den Nachrichten aus der Heimat. In die Postkartenwelten vom Genfer See oder dem Münsterland platzen Videos von Bombenangriffen oder aus einem Gefängnis. Im Café poppen ISIS-Propagandavideos auf. Der Krieg ist plötzlich allgegenwärtig. DIE PROTAGONISTEN u.a.: AMJAD UND J. In Münster bekommt Majda täglich Videos und Sprachnachrichten von einem Ort, aus dem normalerweise keine Nachrichten in die Außenwelt dringen: Sein Freund J. ist seit 5 Jahren in einem syrischen Gefängnis inhaftiert - Mit Hilfe eines eingeschmuggelten Smartphones schickt er Berichte aus seiner Gefängniszelle - auch von seiner Folter. "Wenn ich wenigstens aus dem Fenster schauen könnte. Aber da sind nur Gitterstäbe. Zum Verzweifeln..."