Nachtcafé

  • SWR Fernsehen NACHTCAFÉ , FOLGE 87, "Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl", am Freitag (21.04.17) um 22:00 Uhr.v.li.: Christel Kreß, Armin Rieger, Brigitte Luft und Michael Steinbrecher. Vergrößern
    SWR Fernsehen NACHTCAFÉ , FOLGE 87, "Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl", am Freitag (21.04.17) um 22:00 Uhr.v.li.: Christel Kreß, Armin Rieger, Brigitte Luft und Michael Steinbrecher.
    Fotoquelle: SWR/Tom Oettle
  • SWR Fernsehen NACHTCAFÉ , FOLGE 87, "Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl", am Freitag (21.04.17) um 22:00 Uhr.v.li.: Christel Kreß, Armin Rieger, Brigitte Luft, Michael Steinbrecher, Dagmar Berghoff, Margarete Werle, Christian Kenk, Bernd Mann, Hartmut Remmers. Vergrößern
    SWR Fernsehen NACHTCAFÉ , FOLGE 87, "Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl", am Freitag (21.04.17) um 22:00 Uhr.v.li.: Christel Kreß, Armin Rieger, Brigitte Luft, Michael Steinbrecher, Dagmar Berghoff, Margarete Werle, Christian Kenk, Bernd Mann, Hartmut Remmers.
    Fotoquelle: SWR/Tom Oettle
  • SWR Fernsehen NACHTCAFÉ , FOLGE 87, "Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl", am Freitag (21.04.17) um 22:00 Uhr.Bernd Mann und hinten links Christian Klenk. Vergrößern
    SWR Fernsehen NACHTCAFÉ , FOLGE 87, "Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl", am Freitag (21.04.17) um 22:00 Uhr.Bernd Mann und hinten links Christian Klenk.
    Fotoquelle: SWR/Tom Oettle
  • Michael Steinbrecher Vergrößern
    Michael Steinbrecher
    Fotoquelle: SWR/Alexander Kluge
  • Logo Vergrößern
    Logo
    Fotoquelle: SWR
  • Nachtcafé
Logo Vergrößern
    Nachtcafé Logo
    Fotoquelle: SWR
  • Logo Vergrößern
    Logo
    Fotoquelle: SWR
Talk, Talkshow
Nachtcafé

Infos
Internet: www.SWR.de/nachtcafe
Produktionsland
D
SWR
Fr., 21.04.
22:00 - 23:30


Pflegebedürftig kann jeder werden. Die eigenen Eltern, die plötzlich nicht mehr für sich selbst sorgen können. Der Partner, der aufgrund eines Schlaganfalls ans Bett gefesselt ist oder das eigene Kind, das mit einer Behinderung zur Welt kommt. In solchen Fällen steht man unweigerlich vor der Frage: Kann ich die Pflege leisten und will ich das überhaupt? Hingebungsvolle Pflege zuhause - ist das überhaupt möglich? Für viele Angehörige wird diese Entscheidung zur Gewissensfrage: Opfere ich mich für einen lieben Menschen auf und stelle mein eigenes Leben und meine Bedürfnisse hintenan oder entscheide ich mich schweren Herzens dazu, die Pflege abzugeben? Und ist mein Angehöriger in einem Pflegeheim auch wirklich gut aufgehoben? Die häusliche Pflege wird schnell zur Gratwanderung an der persönlichen Belastungsgrenze: finanzielle Probleme, psychische und physische Erschöpfung, keine Zeit mehr für den Freundeskreis. Wie viel können wir uns also zumuten? Die Gäste im "Nachtcafé": Dagmar Berghoff kann sich nicht vorstellen, in einem Pflegeheim zu leben Dagmar Berghoff plant nicht gerne im Voraus und liebt ihre Unabhängigkeit. Deshalb kann es sich die Ex-Miss Tagesschau" nicht vorstellen, einmal in einem Pflegeheim zu leben. Ihren Mann, der vor 16 Jahren verstorben ist, hätte sie aber gepflegt, wäre das nötig geworden: "Das hat etwas mit Liebe zu tun. Jemand anderen, zu dem ich kein Verhältnis habe, den könnte ich nicht pflegen." Bernd Mann nahm einen schwerbehinderten Jugendlichen auf und pflegt ihn seit 20 Jahren Vor 20 Jahren lernte Bernd Mann bei seinem Zivildienst den schwer körperlich behinderten Christian Kenk kennen und freundete sich mit ihm an. Christian lebte damals perspektivlos in einem Internat für pflegebedürftige Jugendliche. Bernd Mann ließ das Schicksal des 15-Jährigen nicht los und fragte sich: "Nehme ich ihn zu mir oder nicht? Und kann ich damit leben, wenn ich es nicht tue?" - Er nahm ihn bei sich zuhause auf und pflegt Christian seither aufopferungsvoll. Prof. Dr. Hartmut Remmers erforscht die Belastungen in der häuslichen Pflege Prof. Dr. Hartmut Remmers ist Leiter des Fachbereichs Pflegewissenschaft an der Universität Osnabrück. Der Soziologe betrachtet die Bedürfnisse und Belastungen von Pflegebedürftigen und ihren pflegenden Angehörigen. "Die Belastungen in der häuslichen Pflege gehen bis hin zu manifesten Depressionen aufgrund dieses enormen Verpflichtungsgefühls, etwas leisten zu müssen, was man möglicherweise gar nicht mehr wirklich leisten kann." Brigitte Luft pflegte ihren Ehemann viele Jahre selbst Nach einem Herzstillstand war der Ehemann von Brigitte Luft von heute auf morgen auf eine 24-Stunden-Betreuung angewiesen. Ohne eine Sekunde des Zögerns übernahm sie seine Pflege hingebungsvoll zu Hause. Nach neun Jahren Doppelbelastung zwischen Pflege und Beruf brach die Lehrerin dann selbst zusammen. Der einzige Ausweg: Ein Pflegeheim. "Es tut mir unendlich weh, ihn da so zu sehen. Aber ich war körperlich und seelisch völlig ausgelaugt." Armin Rieger sieht große Missstände in der professionellen Pflege Armin Rieger ist seit fast 20 Jahren Leiter eines Pflegeheims und prangert die Missstände in der eigenen Branche an. Das Personal, so sagt er, betreibe durch Überarbeitung schlechte Pflege: "Die Pflegenden sind Opfer und Täter zugleich." Damit stützen sie ein System, das Armin Rieger für kriminell hält und das seiner Meinung nach perfiderweise umso mehr Geld umsetzt, je schlechter die Pflege ist. Margarete Werle entschied sich freiwillig für einen Umzug ins Pflegeheim Margarete Werle entschied sich vor einem Jahr ganz freiwillig für einen Umzug ins Pflegeheim. Die 93-Jährige lebte bis ins hohe Alter fit und selbstständig. Als sie bemerkte, dass sie ein bisschen Unterstützung braucht, war für sie sofort klar: Ihren Kindern möchte sie nicht zur Last fallen. So löste sie ihren Haushalt auf und zog ins Seniorenheim. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut: "Es gibt für mich keinerlei Nachteile, gar keine. Ich bin restlos zufrieden." Christel Kreß pflegt ihre schwerstbehinderte Tochter Für Christel Kreß stellte sich nie die Frage, Emma in ein Heim zu geben. Seit 13 Jahren pflegt sie ihre schwerstbehinderte Tochter, die durch eine Gehirnfehlbildung 24 Stunden am Tag Hilfe benötigt. Die zweifache Mutter ist alleinerziehend und musste ihren Beruf aufgeben. Solange sie kann, will Christel Kreß ihre Tochter trotzdem weiter zuhause versorgen: "Für mich ist klar, es ist mein Kind und ich habe dafür Verantwortung zu übernehmen."

Thema:

Pflege am Limit - zwischen Hingabe und Pflichtgefühl

Pflegebedürftig kann jeder werden. Die eigenen Eltern, die plötzlich nicht mehr für sich selbst sorgen können. Der Partner, der aufgrund eines Schlaganfalls ans Bett gefesselt ist oder das eigene Kind, das mit einer Behinderung zur Welt kommt. In solchen Fällen steht man unweigerlich vor der Frage: Kann ich die Pflege leisten und will ich das überhaupt? Hingebungsvolle Pflege zuhause - ist das überhaupt möglich? Für viele Angehörige wird diese Entscheidung zur Gewissensfrage: Opfere ich mich für einen lieben Menschen auf und stelle mein eigenes Leben und meine Bedürfnisse hintenan oder entscheide ich mich schweren Herzens dazu, die Pflege abzugeben? Und ist mein Angehöriger in einem Pflegeheim auch wirklich gut aufgehoben? Die häusliche Pflege wird schnell zur Gratwanderung an der persönlichen Belastungsgrenze: finanzielle Probleme, psychische und physische Erschöpfung, keine Zeit mehr für den Freundeskreis. Wie viel können wir uns also zumuten? Die Gäste im "Nachtcafé": Dagmar Berghoff kann sich nicht vorstellen, in einem Pflegeheim zu leben Dagmar Berghoff plant nicht gerne im Voraus und liebt ihre Unabhängigkeit. Deshalb kann es sich die Ex-Miss Tagesschau" nicht vorstellen, einmal in einem Pflegeheim zu leben. Ihren Mann, der vor 16 Jahren verstorben ist, hätte sie aber gepflegt, wäre das nötig geworden: "Das hat etwas mit Liebe zu tun. Jemand anderen, zu dem ich kein Verhältnis habe, den könnte ich nicht pflegen." Bernd Mann nahm einen schwerbehinderten Jugendlichen auf und pflegt ihn seit 20 Jahren Vor 20 Jahren lernte Bernd Mann bei seinem Zivildienst den schwer körperlich behinderten Christian Kenk kennen und freundete sich mit ihm an. Christian lebte damals perspektivlos in einem Internat für pflegebedürftige Jugendliche. Bernd Mann ließ das Schicksal des 15-Jährigen nicht los und fragte sich: "Nehme ich ihn zu mir oder nicht? Und kann ich damit leben, wenn ich es nicht tue?" - Er nahm ihn bei sich zuhause auf und pflegt Christian seither aufopferungsvoll. Prof. Dr. Hartmut Remmers erforscht die Belastungen in der häuslichen Pflege Prof. Dr. Hartmut Remmers ist Leiter des Fachbereichs Pflegewissenschaft an der Universität Osnabrück. Der Soziologe betrachtet die Bedürfnisse und Belastungen von Pflegebedürftigen und ihren pflegenden Angehörigen. "Die Belastungen in der häuslichen Pflege gehen bis hin zu manifesten Depressionen aufgrund dieses enormen Verpflichtungsgefühls, etwas leisten zu müssen, was man möglicherweise gar nicht mehr wirklich leisten kann." Brigitte Luft pflegte ihren Ehemann viele Jahre selbst Nach einem Herzstillstand war der Ehemann von Brigitte Luft von heute auf morgen auf eine 24-Stunden-Betreuung angewiesen. Ohne eine Sekunde des Zögerns übernahm sie seine Pflege hingebungsvoll zu Hause. Nach neun Jahren Doppelbelastung zwischen Pflege und Beruf brach die Lehrerin dann selbst zusammen. Der einzige Ausweg: Ein Pflegeheim. "Es tut mir unendlich weh, ihn da so zu sehen. Aber ich war körperlich und seelisch völlig ausgelaugt." Armin Rieger sieht große Missstände in der professionellen Pflege Armin Rieger ist seit fast 20 Jahren Leiter eines Pflegeheims und prangert die Missstände in der eigenen Branche an. Das Personal, so sagt er, betreibe durch Überarbeitung schlechte Pflege: "Die Pflegenden sind Opfer und Täter zugleich." Damit stützen sie ein System, das Armin Rieger für kriminell hält und das seiner Meinung nach perfiderweise umso mehr Geld umsetzt, je schlechter die Pflege ist. Margarete Werle entschied sich freiwillig für einen Umzug ins Pflegeheim Margarete Werle entschied sich vor einem Jahr ganz freiwillig für einen Umzug ins Pflegeheim. Die 93-Jährige lebte bis ins hohe Alter fit und selbstständig. Als sie bemerkte, dass sie ein bisschen Unterstützung braucht, war für sie sofort klar: Ihren Kindern möchte sie nicht zur Last fallen. So löste sie ihren Haushalt auf und zog ins Seniorenheim. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut: "Es gibt für mich keinerlei Nachteile, gar keine. Ich bin restlos zufrieden." Christel Kreß pflegt ihre schwerstbehinderte Tochter Für Christel Kreß stellte sich nie die Frage, Emma in ein Heim zu geben. Seit 13 Jahren pflegt sie ihre schwerstbehinderte Tochter, die durch eine Gehirnfehlbildung 24 Stunden am Tag Hilfe benötigt. Die zweifache Mutter ist alleinerziehend und musste ihren Beruf aufgeben. Solange sie kann, will Christel Kreß ihre Tochter trotzdem weiter zuhause versorgen: "Für mich ist klar, es ist mein Kind und ich habe dafür Verantwortung zu übernehmen."



Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

3sat "Kölner Treff"- Logo der Sendung

Kölner Treff

Talk | 27.04.2017 | 10:15 - 11:45 Uhr
3.56/5066
Lesermeinung
NDR Mein Nachmittag

Mein Nachmittag

Talk | 27.04.2017 | 16:20 - 17:10 Uhr
2.89/5036
Lesermeinung
BR Jürgen Tonkel.

Ringlstetter

Talk | 27.04.2017 | 22:45 - 23:30 Uhr
5/502
Lesermeinung
News
Wer auf illegalen Angeboten Filme oder Serien streamt, kann sich strafbar machen.

Wer Filme, Serien oder Sportübertragungen illegal im Internet streamt, kann damit gegen das Gesetz v[…] mehr

Die Dramaserie "American Gods" startet im Mai 2017 bei Amazon Prime Video.

Streaming-Anbieter Amazon Prime Video nimmt im Mai wieder einige neue Filme und Serien in sein Progr[…] mehr

Daniel Brockhaus alias Dr. Thomas Brück verlässt die RTL-Soap "Alles was zählt".

Schauspieler Daniel Brockhaus ist im Juni ein letztes Mal als Dr. Thomas Brück in der RTL-Soap "Alle[…] mehr

Moderatorin Enie van de Meiklokjes schaut Melanie Müller beim "großen Promi-Backen" über die Schulter.

Im Halbfinale der Sat.1-Show "Das große Backen – Promispezial" müssen die noch verbliebenen Kandidat[…] mehr

Auf seine Tore setzt der BVB: Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang.

Die Halbfinal-Spiele im DFB-Pokal werden live im Free-TV und online im Stream übertragen. Am Diensta[…] mehr