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    v.li.: Michael Steinbrecher, Thomas Fischer, André Sommer und Irmela Mensah-Schramm.
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  • u.a. mit Thomas Fischer, vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Vergrößern
    u.a. mit Thomas Fischer, vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe.
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    Michael Steinbrecher im Gespräch mit seinen Gästen.
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    v.li.: Inge Lohmann, Markus Schollmeyer, Anja Darsow, Michael Steinbrecher (Moderation), Thomas Fischer, André Sommer, Irmela Mensah-Schramm.
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    Gastgeber Michael Steinbrecher.
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    v.li.: Inge Lohmann, Markus Schollmeyer, Anja Darsow, Michael Steinbrecher.
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Infos
Internet: www.SWR.de/nachtcafe
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
1987
SWR
Fr., 01.06.
22:00 - 23:30


Menschen, die unschuldig im Gefängnis sitzen, Geschädigte, die gegen große Konzerne kämpfen, das Recht aber nicht auf ihrer Seite haben, oder Urteile, die aus Sicht der Bevölkerung unverhältnismäßig milde ausfallen - wie gerecht geht es an deutschen Gerichten zu? Michael Steinbrecher diskutiert im "Nachtcafé" über gesprochene Urteile und gefühlte Gerechtigkeit. Täglich entscheiden Richter "im Namen des Volkes" über Recht und Unrecht. Doch zwischen der formal richtigen Anwendung des Rechts und einer gefühlten Gerechtigkeit liegen oft Welten. Nicht selten bleibt das Gefühl zurück, dass ein gut betuchter Angeklagter mit einem Großaufgebot an Staranwälten den Prozessausgang beeinflussen kann. Dass eine Strafe milder ausfällt, wenn ein Prominenter auf der Anklagebank sitzt. Oder dass Urteile nicht zu Gunsten eines Geschädigten ausfallen, sondern so, dass größere Klagen ausbleiben. Ganz zu schweigen von Justizirrtümern, die unschuldige Menschen ins Gefängnis bringen. Die Gäste: "Mein Mann ist kein Mörder", davon ist Anja Darsow überzeugt. Seit seiner Verhaftung vor sechs Jahren kämpft sie unermüdlich für die Freilassung ihres Mannes. Dieser wurde wegen zweifachen Mordes an den Nachbarn zu lebenslanger Haft verurteilt. Klare Beweise, so Darsow, fehlen bis heute. André Sommer kämpft seit Jahren für Gerechtigkeit. Der körperbehinderte Allgäuer ist Opfer eines der größten Pharmaskandale nach Contergan. Bisherige Klagen scheiterten jedoch an Verjährungsfristen. "Diese formale Hürde verstehe ich bis heute nicht. Das ist eine Unverschämtheit", sagt Sommer wütend. Er will, dass der betroffene Pharmakonzern endlich zu seiner Verantwortung steht. Markus Schollmeyer ist ein scharfer Kritiker vieler Entscheidungen an deutschen Gerichten. "Mit Gerechtigkeit hat unsere Rechtsprechung nicht viel zu tun", sagt der Anwalt. Persönliche Befindlichkeiten, finanzielle Möglichkeiten und anwaltliche Manipulationen beeinflussten den Ausgang vieler Verfahren. Die objektive Wahrheitssuche trete zu oft in den Hintergrund, so Schollmeyer. Für Thomas Fischer ist die Suche nach der Wahrheit die wichtigste Aufgabe eines deutschen Gerichts. Der Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe ist überzeugt davon, dass er und seine Kollegen dieser auch nachkommen: "Unsere Rechtskultur ist im Grundsatz in hohem Maße geeignet, das zu verwirklichen, was wir heutzutage unter Gerechtigkeit verstehen". Inge Lohmann kämpfte sechs Jahre lang erfolglos vor deutschen Gerichten für ihr Recht. Sie möchte erfahren, wer ihr Vater ist, den sie für ihr verpfuschtes Leben verantwortlich macht. Jetzt reichte sie Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. "Ich habe ein Recht darauf, zu erfahren, woher ich komme", sagt Lohmann. Irmela Mensah-Schramm hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Hassbotschaften im öffentlichen Raum zu beseitigen. Mehr als 130.000 Graffitis hat sie bereits entfernt und ist dafür sogar ausgezeichnet worden. Dass sie nun wegen Sachbeschädigung belangt wird, animiert sie zum Weitermachen. "Notfalls gehe ich auch ins Gefängnis", gibt sich die "Polit-Putze" kämpferisch.

Thema:

Recht und Gerechtigkeit

Menschen, die unschuldig im Gefängnis sitzen, Geschädigte, die gegen große Konzerne kämpfen, das Recht aber nicht auf ihrer Seite haben, oder Urteile, die aus Sicht der Bevölkerung unverhältnismäßig milde ausfallen - wie gerecht geht es an deutschen Gerichten zu? Michael Steinbrecher diskutiert im "Nachtcafé" über gesprochene Urteile und gefühlte Gerechtigkeit. Täglich entscheiden Richter "im Namen des Volkes" über Recht und Unrecht. Doch zwischen der formal richtigen Anwendung des Rechts und einer gefühlten Gerechtigkeit liegen oft Welten. Nicht selten bleibt das Gefühl zurück, dass ein gut betuchter Angeklagter mit einem Großaufgebot an Staranwälten den Prozessausgang beeinflussen kann. Dass eine Strafe milder ausfällt, wenn ein Prominenter auf der Anklagebank sitzt. Oder dass Urteile nicht zu Gunsten eines Geschädigten ausfallen, sondern so, dass größere Klagen ausbleiben. Ganz zu schweigen von Justizirrtümern, die unschuldige Menschen ins Gefängnis bringen. Die Gäste: "Mein Mann ist kein Mörder", davon ist Anja Darsow überzeugt. Seit seiner Verhaftung vor sechs Jahren kämpft sie unermüdlich für die Freilassung ihres Mannes. Dieser wurde wegen zweifachen Mordes an den Nachbarn zu lebenslanger Haft verurteilt. Klare Beweise, so Darsow, fehlen bis heute. André Sommer kämpft seit Jahren für Gerechtigkeit. Der körperbehinderte Allgäuer ist Opfer eines der größten Pharmaskandale nach Contergan. Bisherige Klagen scheiterten jedoch an Verjährungsfristen. "Diese formale Hürde verstehe ich bis heute nicht. Das ist eine Unverschämtheit", sagt Sommer wütend. Er will, dass der betroffene Pharmakonzern endlich zu seiner Verantwortung steht. Markus Schollmeyer ist ein scharfer Kritiker vieler Entscheidungen an deutschen Gerichten. "Mit Gerechtigkeit hat unsere Rechtsprechung nicht viel zu tun", sagt der Anwalt. Persönliche Befindlichkeiten, finanzielle Möglichkeiten und anwaltliche Manipulationen beeinflussten den Ausgang vieler Verfahren. Die objektive Wahrheitssuche trete zu oft in den Hintergrund, so Schollmeyer. Für Thomas Fischer ist die Suche nach der Wahrheit die wichtigste Aufgabe eines deutschen Gerichts. Der Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe ist überzeugt davon, dass er und seine Kollegen dieser auch nachkommen: "Unsere Rechtskultur ist im Grundsatz in hohem Maße geeignet, das zu verwirklichen, was wir heutzutage unter Gerechtigkeit verstehen". Inge Lohmann kämpfte sechs Jahre lang erfolglos vor deutschen Gerichten für ihr Recht. Sie möchte erfahren, wer ihr Vater ist, den sie für ihr verpfuschtes Leben verantwortlich macht. Jetzt reichte sie Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ein. "Ich habe ein Recht darauf, zu erfahren, woher ich komme", sagt Lohmann. Irmela Mensah-Schramm hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Hassbotschaften im öffentlichen Raum zu beseitigen. Mehr als 130.000 Graffitis hat sie bereits entfernt und ist dafür sogar ausgezeichnet worden. Dass sie nun wegen Sachbeschädigung belangt wird, animiert sie zum Weitermachen. "Notfalls gehe ich auch ins Gefängnis", gibt sich die "Polit-Putze" kämpferisch.



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