Nachtcafé

Talk, Talkshow
Nachtcafé

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
1987
3sat
Do., 07.06.
10:15 - 11:45


Jedes Jahr gehen bei der Polizei etwa 100 000 Vermisstenanzeigen ein. Die Hälfte taucht bereits nach einer Woche wieder auf, doch etwa drei Prozent der Vermissten bleiben verschwunden. Es gibt viele Gründe, warum Menschen von heute auf morgen nicht mehr in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Die Angehörigen leiden unter Verzweiflung und quälender Ungewissheit. "Vermisst, verschollen, verschwunden", das ist diesmal das Thema im "Nachtcafé". Vor knapp drei Jahren verschwand Sabine Zunkers Familie von einem Tag auf den anderen. Wenig später wird die Leiche ihres Stiefvaters aus der Elbe geborgen, doch von ihrer Mutter und ihrer Stiefschwester fehlt bis heute nahezu jede Spur. Diese Ungewissheit ist für die 26-Jährige nur schwer erträglich: "Mein Leben hat danach nicht mehr funktioniert. Keiner ist an mich herangekommen, ich habe den Kontakt zur Außenwelt abgebrochen." "Wo steckt Eva-Maria?" Diese Frage quält Armin Disch seit dem Verschwinden seiner Ehefrau und macht ihm das Leben seit über einem Jahr zur Qual. Ständig streift er durch die bayerischen Wälder, immer in der Hoffnung, einen Hinweis auf den Verbleib seiner Frau zu finden. "Jeder Tag ist für mich die Hölle. Aber vielleicht dreht sich ja irgendwann der Schlüssel in der Tür um, und sie ist wieder da", sagt er. "Das ist der Albtraum, wenn ein Mensch spurlos verschwindet." Die Psychotherapeutin und Trauerexpertin Professor Dr. Rita Rosner weiß aus ihrer langjährigen Praxiserfahrung, was Menschen durchmachen, deren Angehörige verschwunden sind. Ein geregeltes Leben ist für die Betroffenen danach nahezu unmöglich - zu sehr quält sie die Frage, was geschehen ist. Beate Soller will endlich Klarheit, was mit ihrem Vater geschah. 1962 wurde der Geschäftsmann Heinz Krug, der an der Lieferung von Teilen zum Bau von Raketen beteiligt war, vermutlich vom israelischen Geheimdienst Mossad entführt. Er kehrte nie wieder zu seiner Familie zurück. Bei der Suche nach den wahren Umständen geriet die heute 70-Jährige immer tiefer in die Mühlen der Weltpolitik. Nun scheint allmählich Licht ins Dunkel zu kommen. "Ich hoffe, jetzt endlich eine konkrete Antwort über seine Todesumstände zu bekommen." 40 Jahre lang klärte Kriminalist Axel Petermann grausame Verbrechen auf - in seiner langen Laufbahn hat er in mehr als 1000 Todesfällen ermittelt. Dabei hat er in tiefste menschliche Abgründe geblickt. Seit 2014 ist der Spezialisiert für ungeklärte Fälle zwar pensioniert, trotzdem lassen ihn die Schicksale von Vermissten nicht los, und er ermittelt nach wie vor weiter: "Ich weiß, wie sehr die Angehörigen darunter leiden, nicht zu wissen, was passiert ist." Noch als Baby wurde Brigitte Teuber von ihrer Schwester getrennt, denn als Kind in der Nachkriegszeit wurde sie von Ihrer Mutter zur Adoption freigegeben. Viele Jahre wusste sie nichts über ihre leibliche Familie, doch die Fragen blieben: "Wo komme ich her? Wo sind meine Wurzeln?" Nach dem Tod ihrer Mutter machte sie sich auf die Suche, wurde schließlich fündig und konnte ihre Schwester nach 65 Jahren endlich in die Arme schließen.

Thema:

Vermisst, verschollen, verschwunden

Jedes Jahr gehen bei der Polizei etwa 100 000 Vermisstenanzeigen ein. Die Hälfte taucht bereits nach einer Woche wieder auf, doch etwa drei Prozent der Vermissten bleiben verschwunden. Es gibt viele Gründe, warum Menschen von heute auf morgen nicht mehr in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren. Die Angehörigen leiden unter Verzweiflung und quälender Ungewissheit. "Vermisst, verschollen, verschwunden", das ist diesmal das Thema im "Nachtcafé". Vor knapp drei Jahren verschwand Sabine Zunkers Familie von einem Tag auf den anderen. Wenig später wird die Leiche ihres Stiefvaters aus der Elbe geborgen, doch von ihrer Mutter und ihrer Stiefschwester fehlt bis heute nahezu jede Spur. Diese Ungewissheit ist für die 26-Jährige nur schwer erträglich: "Mein Leben hat danach nicht mehr funktioniert. Keiner ist an mich herangekommen, ich habe den Kontakt zur Außenwelt abgebrochen." "Wo steckt Eva-Maria?" Diese Frage quält Armin Disch seit dem Verschwinden seiner Ehefrau und macht ihm das Leben seit über einem Jahr zur Qual. Ständig streift er durch die bayerischen Wälder, immer in der Hoffnung, einen Hinweis auf den Verbleib seiner Frau zu finden. "Jeder Tag ist für mich die Hölle. Aber vielleicht dreht sich ja irgendwann der Schlüssel in der Tür um, und sie ist wieder da", sagt er. "Das ist der Albtraum, wenn ein Mensch spurlos verschwindet." Die Psychotherapeutin und Trauerexpertin Professor Dr. Rita Rosner weiß aus ihrer langjährigen Praxiserfahrung, was Menschen durchmachen, deren Angehörige verschwunden sind. Ein geregeltes Leben ist für die Betroffenen danach nahezu unmöglich - zu sehr quält sie die Frage, was geschehen ist. Beate Soller will endlich Klarheit, was mit ihrem Vater geschah. 1962 wurde der Geschäftsmann Heinz Krug, der an der Lieferung von Teilen zum Bau von Raketen beteiligt war, vermutlich vom israelischen Geheimdienst Mossad entführt. Er kehrte nie wieder zu seiner Familie zurück. Bei der Suche nach den wahren Umständen geriet die heute 70-Jährige immer tiefer in die Mühlen der Weltpolitik. Nun scheint allmählich Licht ins Dunkel zu kommen. "Ich hoffe, jetzt endlich eine konkrete Antwort über seine Todesumstände zu bekommen." 40 Jahre lang klärte Kriminalist Axel Petermann grausame Verbrechen auf - in seiner langen Laufbahn hat er in mehr als 1000 Todesfällen ermittelt. Dabei hat er in tiefste menschliche Abgründe geblickt. Seit 2014 ist der Spezialisiert für ungeklärte Fälle zwar pensioniert, trotzdem lassen ihn die Schicksale von Vermissten nicht los, und er ermittelt nach wie vor weiter: "Ich weiß, wie sehr die Angehörigen darunter leiden, nicht zu wissen, was passiert ist." Noch als Baby wurde Brigitte Teuber von ihrer Schwester getrennt, denn als Kind in der Nachkriegszeit wurde sie von Ihrer Mutter zur Adoption freigegeben. Viele Jahre wusste sie nichts über ihre leibliche Familie, doch die Fragen blieben: "Wo komme ich her? Wo sind meine Wurzeln?" Nach dem Tod ihrer Mutter machte sie sich auf die Suche, wurde schließlich fündig und konnte ihre Schwester nach 65 Jahren endlich in die Arme schließen.



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