Nachtcafé

Talk, Talkshow
Nachtcafé

Infos
Internet: www.SWR.de/nachtcafe
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
1987
SWR
Fr., 12.10.
22:00 - 23:30


Was zählt im Leben? Viele Menschen stellen sich diese Frage. Doch was wirklich wichtig ist, das erkennen sie oftmals erst spät. Und manchmal auch zu spät. Karriere, Erfolg und Anerkennung im Berufsleben? Oder Familie, eigene Kinder und ein Häuschen im Grünen? Was ist es, was Menschen erfüllt und glücklich macht? Die meisten wünschen sich, etwas zu hinterlassen, einen Fußabdruck. Und jemanden, der sich gerne an sie zurückerinnert, wenn sie einmal nicht mehr da sind. Fällt es im Angesicht des nahenden Endes leichter, zu erkennen, was wirklich wichtig ist? Wie nutzt jemand, der schwer krank ist und nur noch wenige Jahre oder gar Monate zu leben hat, seine verbleibende Zeit? Nur mit Dingen, die ihn glücklich machen? Stellt eine schwerwiegende Diagnose das bisherige Leben in Frage und vielleicht sogar völlig auf den Kopf? Wie blickt ein hoch betagter Mensch am Ende seines Lebens zurück auf das, was war? Was war ihm wichtig - und hat er genau das auch gelebt? Was, wenn man am Lebensende erkennt, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat, Dinge verpasst hat, Chancen ungenutzt verstreichen ließ? Bereut man in Anbetracht der schwindenden Zeit die verpassten Möglichkeiten? Kann man sie nachholen? Oder muss man sich damit abfinden, dass es für manche Chancen einfach zu spät ist? Mit etwas Glück können Angehörige manche Wünsche eines geliebten Menschen auch noch nach seinem Tod erfüllen. Wenn sie zum Beispiel seine Lebensaufgabe zu ihrer eigenen machen und sie in seinem Sinne und in seinem Andenken weiterführen. Etwas, das bleibt. Die Gäste bei Michael Steinbrecher: Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum blickt auf ein langes und bewegtes Leben zurück. Geprägt von der Kriegs- und Nachkriegszeit, steht er auch heute noch, mit 85 Jahren, für seine politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen ein. "Ich habe mich ein Leben lang für Bürgerrechte stark gemacht, und das treibt mich bis heute an. Das hält mich jung und fit." Die Folgen eines seltenen Gendefekts führten bei Gionatan Curia dazu, dass er in dem Wissen aufwuchs, ein deutlich kürzeres Leben zu haben als die meisten seiner Mitmenschen. Mit inzwischen 15 Prozent Lungenvolumen ist nur noch ein eingeschränktes Leben möglich, aber "alles was ich in meinem Leben erleben wollte, habe ich in der kurzen Zeit gemacht", sagt der 21-Jährige. Auch für Vanessa Weil sah es zwischenzeitlich so aus, als ob ihr nicht mehr viel Zeit bliebe. Lediglich ein Prozent Heilungschancen verblieben im Kampf gegen ihren Krebs. Sie bereitete sich auf den nahenden Tod vor und plante bereits ihre eigene Trauerfeier. Doch eine neue Therapie brachte die unerwartete Wendung: Das Krebswachstum ist aufgehalten. Heute sagt sie: "Ich musste erst krank werden, um zu wissen, was ich habe." Diplom-Psychologin Angelika Kallwass weiß, dass der Blick auf das eigene Leben sehr von der Situation und vom Alter abhängig ist. Älteren Menschen gelingt ein versöhnlicher Blick auf das Leben meist wesentlich einfacher als jungen Menschen. "Nach schlimmen Krankheitsdiagnosen entsteht oft eine Art Aktionismus, nämlich: Ich tue noch das, wo ich etwas tun kann, wo ich noch wählen kann", so die Psychotherapeutin. Oliver Moßmann lebt ganz im Hier und Jetzt und konzentriert sich auf das, was ihn heute glücklich macht. "Die große Welt interessiert mich nicht mehr. Mir ist meine kleine Welt wichtig." Und das bedeutet vor allem Zeit mit seiner Familie. Zu dieser Sicht gezwungen wurde der 49-Jährige vor drei Jahren durch die Diagnose ALS - eine unheilbare, schnell verlaufende Krankheit. Nach dem Krebstod einer engen Freundin veränderte Tamara Dietl ihr Leben grundlegend. Bald darauf lernte sie ihren späteren Ehemann, den Filmregisseur Helmut Dietl, kennen. Als dieser 2015 im Sterben lag, nahm er ihr das Versprechen ab, sein Andenken zu bewahren. Diese Herausforderung nahm Tamara Dietl an: "Dass er als Künstler in Erinnerung bleibt, dafür habe ich gesorgt."

Thema:

Was mir im Leben wichtig war

Was zählt im Leben? Viele Menschen stellen sich diese Frage. Doch was wirklich wichtig ist, das erkennen sie oftmals erst spät. Und manchmal auch zu spät. Karriere, Erfolg und Anerkennung im Berufsleben? Oder Familie, eigene Kinder und ein Häuschen im Grünen? Was ist es, was Menschen erfüllt und glücklich macht? Die meisten wünschen sich, etwas zu hinterlassen, einen Fußabdruck. Und jemanden, der sich gerne an sie zurückerinnert, wenn sie einmal nicht mehr da sind. Fällt es im Angesicht des nahenden Endes leichter, zu erkennen, was wirklich wichtig ist? Wie nutzt jemand, der schwer krank ist und nur noch wenige Jahre oder gar Monate zu leben hat, seine verbleibende Zeit? Nur mit Dingen, die ihn glücklich machen? Stellt eine schwerwiegende Diagnose das bisherige Leben in Frage und vielleicht sogar völlig auf den Kopf? Wie blickt ein hoch betagter Mensch am Ende seines Lebens zurück auf das, was war? Was war ihm wichtig - und hat er genau das auch gelebt? Was, wenn man am Lebensende erkennt, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat, Dinge verpasst hat, Chancen ungenutzt verstreichen ließ? Bereut man in Anbetracht der schwindenden Zeit die verpassten Möglichkeiten? Kann man sie nachholen? Oder muss man sich damit abfinden, dass es für manche Chancen einfach zu spät ist? Mit etwas Glück können Angehörige manche Wünsche eines geliebten Menschen auch noch nach seinem Tod erfüllen. Wenn sie zum Beispiel seine Lebensaufgabe zu ihrer eigenen machen und sie in seinem Sinne und in seinem Andenken weiterführen. Etwas, das bleibt. Die Gäste bei Michael Steinbrecher: Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum blickt auf ein langes und bewegtes Leben zurück. Geprägt von der Kriegs- und Nachkriegszeit, steht er auch heute noch, mit 85 Jahren, für seine politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen ein. "Ich habe mich ein Leben lang für Bürgerrechte stark gemacht, und das treibt mich bis heute an. Das hält mich jung und fit." Die Folgen eines seltenen Gendefekts führten bei Gionatan Curia dazu, dass er in dem Wissen aufwuchs, ein deutlich kürzeres Leben zu haben als die meisten seiner Mitmenschen. Mit inzwischen 15 Prozent Lungenvolumen ist nur noch ein eingeschränktes Leben möglich, aber "alles was ich in meinem Leben erleben wollte, habe ich in der kurzen Zeit gemacht", sagt der 21-Jährige. Auch für Vanessa Weil sah es zwischenzeitlich so aus, als ob ihr nicht mehr viel Zeit bliebe. Lediglich ein Prozent Heilungschancen verblieben im Kampf gegen ihren Krebs. Sie bereitete sich auf den nahenden Tod vor und plante bereits ihre eigene Trauerfeier. Doch eine neue Therapie brachte die unerwartete Wendung: Das Krebswachstum ist aufgehalten. Heute sagt sie: "Ich musste erst krank werden, um zu wissen, was ich habe." Diplom-Psychologin Angelika Kallwass weiß, dass der Blick auf das eigene Leben sehr von der Situation und vom Alter abhängig ist. Älteren Menschen gelingt ein versöhnlicher Blick auf das Leben meist wesentlich einfacher als jungen Menschen. "Nach schlimmen Krankheitsdiagnosen entsteht oft eine Art Aktionismus, nämlich: Ich tue noch das, wo ich etwas tun kann, wo ich noch wählen kann", so die Psychotherapeutin. Oliver Moßmann lebt ganz im Hier und Jetzt und konzentriert sich auf das, was ihn heute glücklich macht. "Die große Welt interessiert mich nicht mehr. Mir ist meine kleine Welt wichtig." Und das bedeutet vor allem Zeit mit seiner Familie. Zu dieser Sicht gezwungen wurde der 49-Jährige vor drei Jahren durch die Diagnose ALS - eine unheilbare, schnell verlaufende Krankheit. Nach dem Krebstod einer engen Freundin veränderte Tamara Dietl ihr Leben grundlegend. Bald darauf lernte sie ihren späteren Ehemann, den Filmregisseur Helmut Dietl, kennen. Als dieser 2015 im Sterben lag, nahm er ihr das Versprechen ab, sein Andenken zu bewahren. Diese Herausforderung nahm Tamara Dietl an: "Dass er als Künstler in Erinnerung bleibt, dafür habe ich gesorgt."



Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

NDR Mein Nachmittag

Mein Nachmittag

Talk | 20.11.2018 | 16:20 - 17:10 Uhr
2.95/5039
Lesermeinung
BR Allgemeinmotiv zur Sendung "nacht:sicht": Lenbachhaus innen, unscharf, Bar.

nacht:sicht - Von der Demokratie in schwierigen Zeiten

Talk | 20.11.2018 | 23:15 - 23:45 Uhr
5/501
Lesermeinung
SAT.1 Dinner Party - Der Late-Night-Talk

Dinner Party - Der Late-Night-Talk - Leben am Limit: Kinderarmut

Talk | 21.11.2018 | 00:15 - 01:15 Uhr
4/501
Lesermeinung
News
Zahra ist eines der "vergessenen Mädchen" im nigerianischen Maiduguri. Nach einem Selbstmordattentat einer entführten Frau schlägt ihnen dort Misstrauen entgegen.

Was erlebten die Mädchen während der schrecklichen Jahre bei der Terrorgruppe Boko Haram? Wie geht e…  Mehr

"Ich weiß gar nicht, wie man sich mit 50 fühlen müsste": Sophie von Kessel spricht offen über das Älterwerden.

Schauspielerin Sophie von Kessel, demnächst zu sehen in dem ZDF-Film "Du bist nicht allein", spricht…  Mehr

Yasemin und Christian leben als deutsch-türkisches Ehepaar zusammen.

Um das Verhältnis von Deutschen und Türken im Alltag scheint es aktuell nicht allzu gut bestellt. Da…  Mehr

Als ein Nacktbild ihrer 16-jährigen Tochter im Internet auftaucht, will Charlotte (Felicitas Woll) Gerechtigkeit.

Als das Handy ihrer Tochter gehackt wird, versucht Charlotte (Felicitas Woll) alles, um ihre Tochter…  Mehr

Viele Menschen glauben, unsere Gesellschaft wird immer brutaler. Doch stimmt das überhaupt? Harald Lesch geht der Frage nach.

Wird der Mensch wirklich immer brutaler? Der ZDF-Wissenschaftler Harald Lesch geht in einer neuen Fo…  Mehr